Und das weite Heidebett wiegte und wogte sie ein. Sie war die Königin in rosenseidenen Kissen unter einem Baldachin von Atlas. Durch den Saal zog ein Klingen, wie von Musik, die drüben jenseits des Flusses spielte; ein Summen schwoll und flachte sich, wie Stimmen von Menschen, die in den Vorzimmern warteten, ihr zu huldigen. Nun mußte einer kommen in Sammet mit Spitzen, mit einem goldenen Degen und einer Feder auf dem Hut. Die Menge vor den Türen sollte warten, er würde vor ihrem Lager knien und bittend ihre Hände suchen. Mit halbgeschlossenen Augen sah sie ihn, und ihre Lippen glühten. Sie wollte nicht zögern, ihn zu empfangen ...


Ein blanker Strohhut erschien plötzlich zwischen den Gräsern. Da stand er eine Weile sehr vergnügt. Dann ging er weiter und wanderte auf den Blumen dahin.

Nach einer Weile wuchs ein Stock in die Höhe, und bald darauf hob sich der Hut. Ein rotes Gesicht, ein dunkler Bart, eckige Schultern, ein grauer Anzug: der Lehrer.

Die da lag, erkannte ihn unter halben Lidern. Sie hielt den Atem an und war ganz still.

Der Lehrer stand auf der Höhe, breit und mächtig. Er sah sich um. Nun schien er zu erschrecken. Er schob den Kopf nach vorn. Eine Weile Unschlüssigkeit. Dann wendete er sich brav zur Seite und stieg den Hügel dort hinunter, nicht ohne den Kopf noch einmal umzudrehen.

Dabei kam sie freilich nicht auf ihre Kosten.

»Herr Allm!«

Der Lehrer zuckte und wandte sich um. Er tat, als ob er sie suchte, kam aber geraden Wegs mit steigenden Schritten auf Marianne zu.

Sie hob die Schultern und stützte sich auf den Arm. Nun stand er vor ihr und zog den Strohhut vom Kopfe.