Lukas Allm schwieg; er grübelte, wovon er sprechen könne. Von den Kindern? Da wußte er gerade nichts. Von Evelyn? Das paßte nicht. Von ...? Ja, wovon ...?

»Wissen Sie nichts?« fragte sie unter den Sträuchern.

Der Lehrer rückte sich zurecht und räusperte sich. »Die Heide ist schön!« sagte er eilig.

»Ja,« kam es unbarmherzig zurück. Lukas Allm sah sie an, sah an ihr vorbei, nun wußte er wieder nicht weiter. Es wurde ihm plötzlich warm, die Zunge lag trocken am Gaumen, und im Halse gab es kurze Stöße, die den Atem versetzten. Was war denn? Er saß hier mitten unter der Sonne in einem Heidestrauch, und dort ... dort war Marianne, dort lag sie, und er war mit ihr zusammen.

»Ja, ich gehe sehr oft hier spazieren!«

»Hm!« summte es.

»Immer, wenn die Schule zu Ende ist.« Er starrte auf das Kleid, das über der Brust auf und nieder ging. Mit ihr allein, mit ihr zusammen. Ein kleines Heldenlächeln ging über sein Gesicht. Und doch wäre er jetzt gern in seiner Veranda gewesen, wo man sich so einen kleinen gefährlich-behaglichen Traum wohl gönnen, ihn aber auch schnell wieder beiseite stellen konnte. Hier aber saß er, hier war er, und da war sie. Und alles war so hell, so heiß und wirklich. Ein Rascheln erschreckte ihn.

Marianne richtete sich auf, stützte den Kopf in die Hände und sah ihn an.

Sie sah ihn an. Mit schweren Augen! Und ihre Glieder sahen ihn an, und ihre Lippen sahen ihn an.

Lukas Allm pflückte eine Blume und betrachtete ihre Blätter. Er zwang die Augen hinunter.