Eine lange Pause.

»Ja,« sagte sie fest.

Lukas schlug die Augen empor. Er erschrak vor ihrem Blick. Dunkelblau, unter langen blonden Wimpern. Von der Seite schimmerte es rosa, eine Fülle von Rosa ... Plötzlich kam ein Duft herüber, eine schwüle Welle. Ihre Haare flirrten vor seinen Augen.

»Woran denken Sie?«

Ein paar Bilder flogen ihm durch den Kopf, die Mutter, die Schulstube, und verschwanden in der Luft. Im Mittagsglühen lag der Körper vor ihm.

»Sie haben es dort heiß! Wollen Sie sich nicht hierher setzen?«

Marianne tat ihr Gesicht in die Blüten. Nun saß Lukas Allm neben ihr, zwei Handbreit entfernt; ein Käfer krabbelte von seinem Rock auf ihr Kleid. Ihre Hand glitt vom Gesicht und lag da vor ihm. Nackt lag sie da, und sehnsüchtige Lust war in ihrer Rundung. Seine Augen zog sie hinab. Die irrten eine Weile umher, dann blieben sie hängen und kamen nicht fort.

Lukas Allm faßte ins Gras; nur zufällig berührte seine Hand die weiche Haut. Nur zufällig hoben sich ihre Finger und blieben auf des Lehrers breiter Hand liegen.

Nun verging eine lange Zeit. Keines rührte sich. Als wüßten sie nicht, daß ihre Hände beieinander lagen ...

In Marianne war ein lässig genießendes Warten. Wie angenehm war es doch, dies Warten in der Hand zu haben! Es war ein hübsches Gefühl, zu wissen, daß er, der da neben ihr saß, abhängig von ihr war. Nun wollte sie es noch ein Weilchen hinausschieben. Sie dehnte sich.