Dann ein unterdrücktes Kichern.
Agnes Elisabeth hob schwer den Kopf und kehrte um. Kurz vor dem Dorfe erkannte sie in einiger Entfernung zwei Gestalten, die nach einer Weile zwischen den Kastanienstämmen der Dorfstraße verschwanden.
Sie kam an den ersten Bauernhof, der behäbig neben der Straße lag. Der gehörte Hinrich Teetje, fiel ihr ein.
Als sie die Gartenpforte öffnete, dachte sie: Ob sich Marianne niemals diesen wiegenden Gang abgewöhnen wird?
Agnes Elisabeth und Marianne saßen im Wohnzimmer.
In der Stille des Lampenlichts gingen Gedanken hinüber und herüber. Es war ein erbitterter Streit, der schweigend gefochten wurde.
Bei Marianne kämpfte jene draufgängerische Leidenschaft, die das böse Gewissen gibt. Sie wußte sehr wohl, daß etwas nicht zu Recht und in Ordnung war. Und darum machte sie tollkühne Ausfälle, um künstlich Übergewicht zu erzwingen.
Agnes Elisabeth wurde als Gegner von ihr unterschätzt. Bei ihr handelte es sich nicht um Recht oder Unrecht, sondern um die Existenz. Sie kämpfte mit dem Letzten um ihre Stellung gegenüber den Geschwistern. Weil sie diese halten wollte, hatte sie bereits eine viel wertvollere darangegeben. Nun mußten wohl Erbitterung und Haß auf ihrer Seite sein.
Sie behielt die Oberhand. Der Kampf war in Wirklichkeit schon entschieden, als sie sich zum Fragen entschloß.