Kreischendes Juchzen und ein Unterrock, der herumwirbelte. Julie saß auf dem Tisch, Marianne auf dem Sofa und Evelyn tanzte.
»Einen Hochzeitsreigen! Hörst du nicht? Einen Hochzeitsreigen!« rief Marianne.
Evelyn drehte sich taumelnd, sank zur Erde und blieb laut lachend liegen. Plötzlich verstummte sie. Ein furchtsamer Blick ging zu der Schwester, die in dem engen Türrahmen stand, wie ein Bild auf grauem Hintergrund: das Kleid verschwamm, nur Wange und Schläfe traten als harte Lichter heraus, und darüber glühte das rote Gewirr des Haars.
Agnes Elisabeth kam für einen Augenblick der Gedanke, den Schwestern zu sagen, was heute geschehen war. Daß Glück und Entsagung einander gemessen hatten, und daß sie, ohne zu zögern, das Glück beiseite geschoben und sich für die Entsagung entschieden hatte, um ihretwillen! Sie blickte schüchtern hinüber, als suchte sie Hilfe.
Aber Julie sah weg. Ein harter Zug lag in ihrem Profil. Marianne hob sich träge in die Höhe.
»Einen Hochzeitsreigen!« kommandierte sie von neuem.
Evelyn sprang auf, begann gravitätisch durch das Zimmer zu schreiten.
Agnes Elisabeth ging wieder hinaus. Ein Lachen klirrte hinter ihr her.
Sie ging in ihre Stube und setzte sich an den Tisch. Gedankenlos blickte sie durch die Luft. Nach einer Weile fiel ihr Kopf auf die Hände. Und wieder nach einer Weile krümmte sich ihr Rücken unter zuckenden Stößen.
Das war die Einsamkeit ...