Berlin
Franz Wunder.

Vorwort.

Dem Wunsche des Verlegers ist dieses kleine Buch entsprungen, das zum ersten Male den Versuch wagt, die Sinnbilder der Freimaurerei systematisch geordnet darzustellen. Zwar ist ihm schon vor mehr als vierzig Jahren das weit ausführlichere „Vergleichende Handbuch der Symbolik der Freimaurerei“ von Dr. Jos. Schauberg in Zürich (1808-1866), 3 Bände, erschienen in Schaffhausen 1861, vorausgegangen. Mit erstaunlicher Gelehrsamkeit ausgestattet, verliert es sich jedoch in haltlose Phantasien über Zusammenhänge der Freimaurerei mit Mythologien und Mysterien des Altertums und ist nicht geordnet, sondern besteht aus unzusammenhängenden Aufsätzen, behält aber trotzdem einen gewissen Wert.

Der Verfasser vorliegender Arbeit hat sich so selbständig als möglich verhalten und war hierdurch genötigt, sich gegen manche eingewurzelte Vorurteile zu wenden, in der Überzeugung, daß der Freimaurerei mit dem Verlangen einer Weiterentwickelung im Geiste der Zeit besser gedient ist, als mit starrem Festhalten an Eigenheiten, die einem längst verflossenen Zeitalter angehören und für die Gegenwart und Zukunft wertlos geworden sind.

St. Gallen, Weihnacht 1906.

Der Verfasser.

Inhaltsverzeichnis.

Seite
Einleitung [1]
Erster Abschnitt. Die Grundlagen der Symbolik (Stärke) [5]
 1. Die Loge [5]
a) Die Örtlichkeit [5]
b) Die Mitglieder [9]
 2. Die Arbeit [14]
a) Die künstlerische Arbeit [14]
b) Die lehrhafte Arbeit [19]
 3. Das Licht [25]
a) Die Vorbereitung des Lichtes [25]
b) Die Erteilung des Lichtes [30]
 4. Die Grade [34]
a) Die alten Grade [34]
b) Die Hochgrade [39]
Zweiter Abschnitt. Die Bestandteile der Symbolik (Schönheit) [44]
 5. Die Zeichen [44]
a) Die Erkennungszeichen [44]
b) Die Not- und Hilfszeichen [47]
 6. Die Zieraten [52]
a) Der Loge [52]
b) Der Brüder [57]
 7. Die Werkzeuge [62]
a) Die Hauptwerkzeuge [62]
b) Die Nebenwerkzeuge [65]
 8. Die weiteren Sinnbilder [70]
a) Der Vergangenheit [71]
b) Der Gegenwart [74]
c) Der Zukunft [83]
Dritter Abschnitt. Die Höhen der Symbolik (Weisheit) [91]
 9. Die Meister [91]
a) Die M. der Legende [91]
b) Die M. der Wirklichkeit [95]
10. Die Gestirne [102]
a) Die Erde [102]
b) Der Mond [105]
c) Die Sonne [108]
11. Die Welträtsel [113]
a) Der a. B. d. W. [113]
b) Der ewige Osten [120]
12. Die Lehrarten [127]
a) Die englischen Lehrarten [127]
b) Die französischen Hochgradsysteme [131]
c) Die schwedische Lehrart [138]
Nachwort [142]

Der Bilderschmuck (die Symbolik) der Freimaurerei.
Einleitung.

Symbole oder Sinnbilder sind Merkmale der Zusammengehörigkeit menschlicher Kreise; sie können in Zeichen, Worten, Farben, Bildern, Zahlen oder auch in bestimmten Sätzen und Lehren bestehen. Die erstgenannte Art von Sinnbildern vereinigt unter der Form von Wappen oder ähnlichen Bildern die Mitglieder von Familien, Stämmen, Orten, Ländern u. s. w., unter der von Fahnen die Heere einzelner Staaten zu einem Ganzen. In den Religionen bilden die gemeinsamen Glaubensvorschriften und Kultusgebräuche als Symbole die Bindemittel der sich zu ihnen bekennenden Menschen und bildeten in Zeiten, die eine Gewissensfreiheit noch nicht kannten, sogar Zwangsmittel gegenüber den Bewohnern gewisser Gebiete.