Als drittes Sinnbild im Bunde mit dem flammenden Stern und dem Spiegel im Lichte der Zukunft betrachten wir das der Akazie, des „heiligen Baumes“ der Freimaurerei. Sie stellt nach Schauberg „die ewig sich verjüngende Naturkraft, den nach dem Schlafe oder Tode der Natur stets wiederkehrenden Frühling, das unsterbliche Naturleben und zuletzt die Unsterblichkeit des Menschen dar“. Sie lehrt, wenn wir sie als Vertreterin der Naturkraft auffassen, was übrigens auch von jedem andern schönen Baume gilt, deren manche vielen Völkern heilig waren, den Menschen die Schönheit der Natur schätzen und damit für seine eigene geistige Schönheit besorgt sein. Sie lehrt die Gestirne und damit das unendliche Weltall, die Schönheit der Formen, die die Natur hervorbringt, das Wunderwerk des Menschen und seines Geistes bewundern, und damit auch über die unfaßbare Macht des A. B. d. W. staunend nachdenken. Sie lehrt also auch die Natur genießen, an ihr nicht gleichgültig vorübergehen, sie nicht verachten, vielmehr in den Schönheiten von Wald und Feld, von Blumen und Früchten, von Berg und Tal, von Seen und Meer schwelgen, und sie, wenn es die Anlagen gestatten, besingen, zeichnen und malen, jedenfalls aber preisen und dem Schöpfer dafür danken. Sie lehrt, Sonne, Mond und Sterne lieben, sich auch in deren Verdunkelung schicken und auf ihr Wiedererscheinen hoffen. Sie lehrt ferner die wahre Schönheit überall erkennen, edle Menschen nach ihrem Äußeren ergründen und schätzen, aus dem andern Geschlechte die zu finden, die fähig ist, glücklich zu machen und Liebe mit Treue zu vergelten.
Durch alles was sie, richtig verstanden, oder was, wenn man will, irgend ein anderes Naturgebilde lehrt, wird die Erde zum Garten und der Mensch zum fröhlichen Gärtner, der die Seinigen freudig pflegt, für ihr Bestes sorgt und auch anderen Menschen ein treuer Freund wird.
So tragen fl. St., Sp. und Akazie bei richtigem Verständnis zum Glücke der Menschheit und zu einer besseren Zukunft bei.
Sie entsprechen zugleich den 3 freimaurerischen Idealen, der fl. St. der Weisheit, der Sp. der Stärke und die Akazie der Schönheit, sowie den edelsten Tätigkeiten des Menschen, die aus dessen Wesensseiten hervorgehen, die Wissenschaft aus dem Geiste, die Moral aus der Seele, die Kunst aus der Natur.
Übersicht der wichtigsten freimaurerischen Sinnbilder siehe folgende Seite.
Übersicht der wichtigsten freimaurerischen Sinnbilder.
| Licht | |||||
|
| |||||
| um uns: | in uns: | über uns: | |||
| Menschheit. | Gewissen. | Gottheit. | |||
| Sinnbild: | Zirkel | Winkelmaß | Hammer (Macht | ||
| Zeitraum: | Vergangen- | Gegenwart | Zukunft | ||
| Mystizismus | Mystik | Mysterium | |||
| Weisheit | Sphingen | Bibel | Flammender | Geist — Wissenschaft. | |
| Stärke | Pyramiden | Altar | Spiegel | Seele — Moral. | |
| Schönheit | Obelisken. | Säulen. | Akazie. | Natur — Kunst. | |
| Tempel der Menschheit | |||||
|
| |||||
| Vorhof | Innerstes | Allerheiligstes | |||
| Entsprechend den |
| (Lehrlinge) | (Gesellen) | (Meister) | |
| Erde | Mond | Sonne | |||
| (lichtloses, | (beleuchtetes | (Selbst- | |||
[7] Wir verweisen bezüglich des nähern Nachweises auf unser „Buch der Mysterien“, 3. Aufl., Leipzig 1890, S. 10-26.
[8] Über diesen handelt des Verf. Buch „Aus Loge und Welt“. Berlin (Franz Wunder) 1905, S. 66-102.

