und als Enneagramm verdreifachen:
Das Hexagramm, aus den verlängerten Seiten eines Sechsecks entstanden, ist von größerer Bedeutung. Das aufsteigende (△) Dreieck wird als Bild des Feuers, das absteigende (▽) als solches des Wassers, wagrecht durchschnitten jenes als das der Luft, dieses als das der Erde betrachtet, jenes auch als Bild des Männlichen, dieses als das des Weiblichen u. s. w. Kunstvoller ist das Pentagramm ober Pentalpha, auch der Drudenfuß, das aus den Diagonalen eines oder aus der Verlängerung der Seiten eines Fünfecks, bis sie sich treffen, entsteht. Der zweite Name, Pentalpha, rührt daher, daß die Figur aus fünf Alphas (Buchstaben A) besteht. Bei den Pythagoreern war es ein Gruß- und Erkennungszeichen, wobei fünf Buchstaben ὑγιέε, hygiée, sei gesund) die fünf Ecken zierten. Es wird auch mit Salomos Siegel verknüpft, da der König es auf dem Grundsteine des Tempels angebracht haben soll. In Goethes Faust verhindert es, nach altem Aberglauben, auf die Schwelle gezeichnet, den Eintritt des Bösen, sofern nicht die Spitze nach außen offen ist.
Nun kann sowohl das Hexa- als das Pentagramm den flammenden Stern vorstellen, wenn ein G in der Mitte steht und zwischen seinen Spitzen Flammen hervorschießen. Er ist nach dem „Handbuch“ ein Sinnbild „des geistigen und sittlichen Lebens des Menschen, das sich zeigt im Lichte der Erkenntnis, in der Stärke des Willens und in der warmherzigen Bruder- und allgemeinen Menschenliebe.“ Nach dem Ritual unserer Loge ist er ein Sinnbild für das Ideal. „Der Mensch, der sich in seinem Herzen ein Ideal gebildet hat, folgt ihm als seinem Leitstern durch das Leben; es ist ihm ein Ausfluß des göttlichen Lichtes der Wahrheit und der Vollkommenheit.“
Der Buchstabe G wird gewöhnlich auf Geometrie gedeutet, nicht auf das trockene Fach der Meßkunst, sondern auf die Maßhaltung im Leben, wie Schauberg sagt, auf die sittliche Meßkunst und die sittliche Gesundheitslehre.
Der flammende Stern enthält alles, was wir von der Zukunft erhoffen, eine herrlich ausgebildete von allen Schlacken gereinigte Kunst, eine mit edlem Herzen erforschte Wissenschaft, eine uneigennützige, aus reinstem Gewissen hervorgehende Sittlichkeit, die alle guten Handlungen hervorrufen, alle bösen aber verscheuchen muß, und er ist also auch das Sinnbild einer aus diesen drei Tätigkeiten gebildeten höheren Religion.
Mit dem flammenden Stern zusammen wird gern der Spiegel als Sinnbild der Selbsterkenntnis und damit auch der Welterkenntnis in Verbindung gebracht. Nicht der Spiegel, den die Eitelkeit liebt, in dem sich die Selbstsucht gefällt, sondern derjenige, in dem der Mensch seine Fehler erblickt, so daß er ihn befähigt, sie zu beseitigen und in allen Dingen nach Vervollkommnung seines Wesens zu streben. Damit ist viel verbunden, mehr als man gemeiniglich ahnt. Es ist die Verbesserung in allen Hinsichten.
Der Mensch soll sich nicht nur selbst erkennen, sondern auch selbst heilen, sein eigener Seelenarzt sein, die Unmäßigkeit und alles Ungesunde meiden, wie in Kunst und Wissenschaft, so auch im Leben. Frivolität, Obscönität auf der einen, süßliche Sentimentalität und Überzuckerung des Lasters auf der anderen Seite entstellen und verderben die Kunst; Unwahrhaftigkeit auf der einen, Versinken in unnützen Kram, der der Menschheit ewig fremd bleibt, auf der andern Seite, sind der Untergang der Wissenschaft. Gleichgültigkeit gegen Roheit und Gewalttätigkeit, Nachsicht gegen Schlechtigkeiten untergraben die Sittlichkeit ebenso sehr wie eigene schlimme Handlungen. Gesundheit und Reinheit sollen das Leben beherrschen, und daher soll der Freimaurer und jeder Edelmensch sich hüten, ein Übermensch oder ein Untermensch sein zu wollen, sich jenseits von Gut und Böse zu stellen, das Leben als einen Kampf um das Dasein, um das „Recht des Stärkern“ zu betrachten, sich zum Schaden Anderer ausleben zu wollen. Aber nicht nur passiv, auch aktiv soll er auftreten und kämpfen für alles Gute und gegen alles Böse, wie es ihm sein Gewissen eingibt. Dazu ist ja Anlaß genug vorhanden: Kampf mit aller Entschiedenheit gegen den Krieg, gegen den Zweikampf, gegen das Spiel um Geld, gegen den Alkoholteufel, gegen den Mißbrauch des weiblichen Geschlechts durch Prostitution und Mädchenhandel, gegen den Aberglauben, gegen ungesunde und unreine Vornahme jeder Art, dann gegen Unreinlichkeit als Quelle vieler Krankheiten, gegen unziemliches Verhalten mancher Kreise, gegen Mißbräuche in allen Verhältnissen. Solches und viel anderes, was uns zu weit führen würde, zu tun und zu lassen soll das Sinnbild des Spiegels lehren, der nicht nur ein Widerschein des ihn Betrachtenden, sondern ein solcher des ganzen Lebens und Treibens in der Welt sein soll, in dem sich alles spiegelt, was der Besserung bedarf und was der humane Mensch tun und lassen soll.