„Ja, das ist gut,“ meinte der Weinwirt tiefsinnig. „Man merkt sich’s so besser. In Versen ist besser.“

„Richtig!“ billigte Tönnchen den weisen Ausspruch.

„Aber —“ Wolfram von Eschenbach hatte eine Idee. Er rückte näher zu der Tochter Silens und vollendete mit seelenvollem Augenaufschlag: „— aber vielleicht weiß das Fräulein besser Bescheid. Willst du genau erfahren, was alles in der Welt erdichtet wird, so frage nur bei edlen Frauen an, sagt Schiller...“

„Goethe!“

Der Jubilar hatte es ganz ruhig, aber laut vor sich hingesprochen.

Eine kurze Stille.

„Danke!“ sagte Wolfram von Eschenbach mit höflicher Verneigung. Dann wieder zu dem errötenden Mädchen: „Darf ich also nach diesem schönen Wort Goethes“ — abermalige Verbeugung nach dem Jubilar hin — „das Fräulein bitten, uns Barbaren aus dem Schatze seiner Weisheit zu belehren — —?“

„Ach nein,“ wehrte sie schüchtern, „ich weiß gar nichts. Ich bin ja morgen bloß Festjungfrau.“

Abermals tiefe Stille.