”Sich selber sollen Sie ihm eingeben, denn Sie stecken ja voll von Medizin,“ sagte Frechdachs.

”Nein, nein, nein, das will ich nicht,“ rief der Doktor; ”ich muß zu einer alten Frau, die im Sterben liegt. Umkehren, Kutscher, umkehren!“

”Das hättest du früher sagen sollen, alter Schuft,“ rief Frechdachs, schlug dem Doktor den Schädel ein, legte ihn quer vor sich auf den Sattel und galoppierte davon, ehe der Kutscher seinem Herrn hätte zu Hilfe kommen können.

Auch mit dieser Leistung war Rumbo sehr zufrieden, zumal der Doktor in der Tat sehr pikant nach Karbol, Jodoform und anderen Medizinen schmeckte.

”Du bist ein verflixter Kerl, Frechdachs,“ sagte er, ”und verstehst Abwechslung in meinen Nachtisch zu bringen. — Was gibt's denn nächsten Sonntag?“

”Einen Pfarrer,“ antwortete Frechdachs.

”Ah,“ schmunzelte Rumbo, ”einen Pfarrer! Das ist eine ganz herrliche Idee! Such aber einen recht fetten aus, ja?“

”Ich weiß schon einen,“ sagte Frechdachs, und dachte an den, der ihm in der Christenlehre immer so heftig ins Gewissen geredet hatte, weshalb er ihn aufrichtig haßte. Ging also zu ihm und sprach: ”Lieber Herr Pfarrer, ich soll Euch zu einer Gastmahlzeit bei meinem Herrn, dem reichen Gutsbesitzer Jörg Maulvoll, einladen für nächsten Sonntag. Mein Herr würde glücklich sein, einen so heiligen Mann nach Verdienst mit den herrlichsten Speisen und Weinen zu bewirten.“

Und fügte noch viele grobe Schmeicheleien und Erzählungen hinzu, was für schöne und gute Dinge es geben werde.

Der Pfarrer war aber wirklich ein frommer Mann und sprach: ”Am Sonntag habe ich keine Zeit, viel zu essen und zu trinken, da muß ich meine Predigt halten. Komm du in meine Predigt, Bursche, und dein Herr auch, das ist meine Einladung. Leb wohl!“