Darauf mußte er, wieder zu Hause angekommen, sich zum erstenmal in seinem Leben die Zähne putzen.

Ihr könnt euch denken, was für Augen Rumbo machte, als er hörte, daß der Teufel selber ihn besuchen wollte. Er war außer sich vor Freuden darüber, denn er zweifelte gar nicht mehr daran, daß es ihm gelingen werde, den Teufel zu verspeisen.

”Denke dir bloß,“ sagte er zu Frechdachs, indem er sich fortwährend die wulstigen Lippen mit seiner breiten Zunge ableckte, ”ich werde den Teufel als Nachtisch genießen, als Pille einnehmen, als Bonbon schlucken! Das wird nicht bloß ein großes Vergnügen für mich, sondern das erste Verdienst sein, das ich mir um die Menschheit erwerbe. Paß auf, sie werden mir in einer schönen Hurrah-Allee neben lauter Kaisern, Königen, Herzogen, Prinzen, Generalen und Diplomaten ein zuckerblankes Denkmal setzen und darauf schreiben: ’Ihrem großen Wohltäter Rumbo, der den Teufel gefressen hat, die hochachtungsvoll dankbare und ganz ergebene Menschheit.‘ — Ha, und wie er nach Pech und Schwefel schmecken und wie heiß sein Blut sein wird! Wahrhaftig, Frechdachs, du bist ein Hauptkerl! Komm her, ich muß dir einen Kuß geben!“

”Lieber nicht!“ sagte Frechdachs, ”es könnte leicht passieren, daß du mir vor lauter Zärtlichkeit dabei den Kopf abbissest, und ich habe mir sagen lassen, daß das ein unangenehmes Gefühl ist. Wir wollen uns lieber darüber einigen, wie hoch du mir den Teufel anrechnest. Denn das ist doch wohl klar, daß er mehr gilt als ein Mensch.“

”Das versteht sich,“ sagte Rumbo, ”alles, was recht ist: Der Teufel muß mehr gelten, als ein Mensch. Darüber sind sich die Gelehrten einig.“

”Na, das freut mich, daß du das einsiehst, obwohl du viel dümmer bist als lang und breit,“ meinte Frechdachs, den seine Erfolge noch unverschämter gemacht hatten als er von Natur schon war, ”aber nun wollen wir mal sehen, ob du dir auch einen Begriff machen kannst, um wie viel der Teufel mehr gelten muß als der Mensch.“

”Ich glaube,“ sagte Rumbo nach einigem Nachdenken, ”wir können ihn für fünf Menschen rechnen.“

”Warum gerade für fünf?“ fragte Frechdachs.

”Wenn fünf Menschen ihren Verstand zusammentun,“ antwortete Rumbo, ”sind sie imstande den Teufel zu betrügen.“

”Das ist richtig,“ sagte Frechdachs, ”aber der Verstand ist auch des Teufels schwächste Seite. Du mußt mehr sagen, Rumbo!“