Kaum, daß diese Worte gefallen waren, fühlte er auch schon die Hand des also Apostrophierten, der sich mit einem Ruck umgewandt hatte, auf seiner Wange.
Seine Kameraden sprangen auf, er stürzte sich auf den, der ihn geschlagen hatte, aber dessen Begleiter warfen ihn zurück.
Eine Weile Tumult, erhobene Arme, Geschrei, Kreischen der Kellnerinnen, — dann wurden die eben Angekommenen auf die Straße geschoben, gefolgt von einem vom Tische des Geohrfeigten, der dessen Karte dem, der den Schlag geführt hatte, übergab und dafür dessen Karte erhielt.
”Na, Karlemann, da hättest du dir ja noch vor Torschluß die obligate Pistolenkiste bestellt,“ rief einer von dessen Begleitern, während dieser die empfangene Karte vor die noch immer undurchsichtigen Klemmergläser hielt.
”Spar dir die Lektüre zum Frühstück, Jostchen! Wie der Mann heißt, dem ein Loch in die Hose geschossen werden soll oder muß, ist ohnehin gänzlich irrelevant,“ bemerkte ein anderer.
Karl Jost steckte die Karte in die Westentasche. Die Gesellschaft entfernte sich unter Gelächter und dem Gesange: ’Kauf dir, mein Freund, ein Pistolet!‘
Als Karl am nächsten Morgen erwachte, gab sein wirrer Kopf zunächst keine weitere Erinnerung her, als ein wüstes Durcheinander von unzusammenhängenden Einzelheiten und ein Gefühl, daß irgend etwas Dummes, ihm im höchsten Grade Fatales passiert sei.
Karl Jost hatte sich bisher, so gut es eben möglich gewesen war, auch vor dem Zuviel im Trinken gehütet, und so genierte ihn schon der Gedanke, besinnungslos betrunken gewesen zu sein. ’Franz wird mir eine nette Pauke halten,‘ dachte er sich, ’wenn ich's ihm berichte. Aber schließlich: Der erste Tag der Inaktivität!‘
Denn es war der Abschied von den Korpsbrüdern gewesen, den man, allerdings nicht ganz auf solenne Manier, gefeiert hatte, da Karl, mit Schluß des Semesters inaktiv geworden, im nächsten Semester eine andere Universität besuchen wollte.