„Goethe!“

Der Jubilar hatte es ganz ruhig, aber laut vor sich hingesprochen.

Eine kurze Stille.

Wolfram von Eschenbach

„Danke!“ sagte Wolfram von Eschenbach mit höflicher Verneigung. Dann wieder zu dem errötenden Mädchen: „Darf ich also nach diesem schönen Wort Goethes “ — abermalige Verbeugung nach dem Jubilar hin — „das Fräulein bitten, uns Barbaren aus dem Schatze seiner Weisheit zu belehren — —?“

„Ach nein,“ wehrte sie schüchtern, „ich weiß gar nichts. Ich bin ja morgen bloß Festjungfrau.“

Abermals tiefe Stille.

Dann ließ sich Tönnchen mit Würde vernehmen. „Es ist richtig. Festjungfrauen stehen außerhalb des Betriebes. Festjungfrauen haben niemals gewußt, worum es sich handelt.“

Der Mohrenfürst hatte seinen Humor wiedergefunden. Er erhob sich und tat, als ob er ein gefülltes Spitzglas hebe und einen Trinkspruch ausbringe:

„In diesem Sinne, meine Herren, erheben wir das Glas und trinken auf das Wohl aller hier im Coupé anwesenden Festjungfrauen!“ — und er zählte: „Eine, zwei, drei, vier, fünf —“ und dann mit Liebenswürdigkeit zu dem Jubilar und mir: „gestatten Sie, mein Herr, daß ich Sie mitzähle?“