Madame Sara dachte wieder eine Weile nach, dann sprach sie: »Auch ich will, daß es ein Sohn sei. Es ist nicht gut, wenn zwei so verliebte Gegensätze ein Mädchen in die Welt setzen.«

»Du redest so mütterlich, meine Halskette, – hast du einen Grund, so mütterlich zu reden?«

»Ich fürchte: Ja.«

»Du – fürchtest?«

»Ja ich fürchte. Ich will kein Kind. Schon der Gedanke irritiert mich. Ich käme mir degradiert vor. Eine Liebe, die – Folgen … das ist doch – gemein.«

»Ja gnädige Frau, es ist gemein.«

»Laß mich mit Schillerschen Doppelsinnigkeiten zufrieden, Sturmius; du weißt, für Schiller habe ich kein Organ.«

»Ich weiß, er ist für dich der Dichter der deutschen Turnvereine und Liedertafeln, und meine braune Venus von Jerusalem ahnt mit gutem Instinkte, daß vor dem Erze seiner Jamben einmal das Reich der Krinoline in den Staub sinken wird.«

»Wenn du von Bismarck reden willst, Sturmius, geh' ich.«

»So will ich von Bismarck spielen.«