[5] Schillerwein, halb weiß, halb rot.

Aber Annemargret protestierte: »Nix hinter Urschl! Urschl hat's schriftlich! Ihr seid mir die Nettern!«

»Ho, die Urschl-Margret, hohohoho!« lachten die drei.

»Also reit ich anderswohin auf den Schilcher, daß uns Annemargretlein nit sauer wird, die Urschlerin!« erklärte Rolf. »Bleibt sie uns dann süß?«

»Süß allen dreien!« lachte das Mädchen und stemmte die Arme in die Seiten, fest und keck wie eine flinke Bäuerin.

»Fallt's mir fei' mit ins Praschletschaff«[6], fügte sie hinzu, wie die Junker abritten.

[6] Maischbottich.

Dann stand sie noch lange und blickte den nach drei Richtungen auseinandersprengenden von der Mauer aus nach und ließ jedem ihr Tüchlein zuwehen, wenn er sich umwandte und ihr mit der gepanzerten Faust winkte.

Sind doch alle drei recht liebe Junker, dachte sie sich. Jeder hat was besonders Liebes. Der Welf ist wie ein Bär so kräftig und grimmig. Huh, wie er zupackt! Schier blaue Flecke gibt's und ist doch gar lieb. Der Ralph ist nicht so ganz stark, aber hitzig. Küßt er, ist's wie ein Biß, und der Atem geht einem aus vor lauter Schönsein. Aber der Rolf hat was gar Zart's und Fein's und kann reden, daß man die Augen zumachen muß, – so lieblich schwatzt er. Wenn er so leise um die Hüften greift, geht's kitzlich überallhin, als wenn jed's Blutströpfel im Leibe lachen sollt'. Lacht auch jed's. – So ist's mit allen dreien, wundergut in Heimlichkeit. Möcht' keinen missen. Muß aber immer fein schlau und achtsam sein. Hu, wenn der eine mich mit dem anderen säh. Das gäb böses Getu.

So sinnierte sie aufs angenehmste vor sich hin. Dann ging sie aufbetten.