Wie sie mit den Junkerbetten fertig war, dachte sie sich: Will doch heut die dreie mit dem Wein im Putz überraschen! Und ging in ihre Kammer, den Sonntagsstaat anzulegen.
Schon damals, in den wilden Raubritterzeiten, zogen sich hübsche Mädchen gerne aus und an, und, wenn die Spiegel auch gar klein und trübe waren, sie sahen sich doch gern darin. Es war also das Anziehen eine liebliche Beschäftigung für die Kleine, und als sie ihre Röcke von sich hatte und im kurzärmeligen Leinenhemdchen dastand, da drehte sie sich wohl viele Male vor dem Spiegel hin und her und betrachtete sich selber mit viel Aufmerksamkeit, Ernst und Genugtuung.
Da, plötzlich ging die Kammertür auf, und Junker Rolf stand auf der Schwelle.
Aber nicht lange. Denn kaum hatte er das Mädchen in dieser auch für Junker besonders lieblichen Verfassung gesehen, da war er mit einem Satze bei ihr und umfing sie mit den geharnischten Armen.
»Hu, bist du kalt!« rief sie erschrocken aus, die über der Kälte dieser eisernen Umarmung ganz vergessen hatte, daß sie sich erst schämen mußte.
Aber auch ihm war das Eisen jetzt unbequem. Hastig entschiente er sich, und krach, bumm, knirr flogen die Harnischteile von ihm, und er stand im Lederwamse. Es ging viel schneller als sonst mit dem alten Christoph.
Nun war es gar nicht mehr kalt, wie er sie umfing.
Eine Weile hatten die Lippen mehr zu tun, als zu reden.
Dann aber fragte Margret: »Ja, aber, daß ich das Pferd nicht auf der Brücke gehört hab'! Und wo ist denn das Praschlet?«