Aber eine Weile hin, und sie kriegte Launen.
Und das war schlimmer. Denn Unfriede in der Liebe geht auf die Nerven – sogar bei raubritterlichen Junkern, denen selbst ein paar eilige Brudermorde noch lange keine Nervenzustände zuziehen. Das Schmollen bald und bald Zanken, das Kammertürverriegeln und Beichtevorschützen und dann wieder das Gebettel: »Geh, ein Ringlein ins Ohr, ein Kettlein um'n Hals, ein seiden Fürtüchel, ein Paar rote Schuh! …« Hol's der Teufel und sein schwänzig Gesinde!
Indessen: man ritt halt öfter auf die Krämer; man wetterte mal und brüllte sich aus; tat dann auch wieder recht fein und lieblich um den Balg, und schließlich war der am guten Ende auch wieder fein, und es schmeckte die Liebe um so süßer, wenn vorher der Zank recht sauer geschmeckt hatte.
Aber eines Tages, just, als es anfing kalt zu werden und Welf die Fenster mit Moos ausfütterte, kam Annemargret, ein Bündel in der Hand, auf ihn zu und sagte ganz kurz: »Junker, i geh!«
»Was tust du!! …?«
»Aufkünden tu i. Heim mag i.«
»Wa … as?? …!«
»Ja, sell.[8] Is mir zu öd hierheroben jetzt.«
[8] Das.