»Trink an, mein Schätzel!«
Sie nippte und bot ihm den Humpen. Er nahm einen langen Zug.
»Nun lös mir die Riemen und nimm mir die Schienen ab … So, mein liebs Ding … Und küsse mich auch! … So, mein liebs Ding! … Und setz dich mir auf den Schoß! … So, mein liebs Ding! … Ei, ist es nicht besser zu zweit? … Sag's, mein liebs Ding!«
»Ja …«
Nun lagen Ralph und Rolf draußen im wilden Walde bei ihrem Vater, dem alten Raubritter, im Erbbegräbnis, und die ehrsame Steinmetzzunft der Nachbarschaft hatte Arbeit, ihnen das Wappen auf ihren Grabplatten auszuhauen. Das Blut auf der Treppe und in Margrets Kammer war zwar nicht so leicht abzuscheuern, aber man sah es bei der Dunkelheit, wie sie in Raubritterburgen gewöhnlich herrschte, auch nicht eben sehr, und überdies war Margret ausquartiert.
Somit wäre also alles gut gewesen, und es blieb eigentlich nur noch die Fahrt zum Heiligen Grabe übrig, die Welf, um nicht unliebsames Aufsehen zu erregen, doch wohl unternehmen mußte. Denn, wenn auch die Polizei damals zu wünschen übrigließ, wenn es sich um ritterliche Familienangelegenheiten handelte, so hatte der Beichtstuhl doch seine Prinzipien, und alles ließ sich am Ende nicht mit ein paar Messen oder auch Stiftungen abmachen. Aber es hatte ja Zeit.
Indessen kam es böser.
Zuerst kam Welf bloß unter den Pantoffel.
Das war nicht angenehm, ließ sich aber doch ertragen, denn Welf war sehr verliebt, und Annemargret ließ es an nichts fehlen, diese Verliebtheit immer warm zu erhalten.