Es steht sein hochberühmter Thron
Seit mehr als tausend Jahren schon
In unserer Mitte fest.
Drum lieben wir ihn auch so sehr,
Wie wenn er unser Vater wär',
Der keinen je verläßt.

Er weiß, daß in der Landwirtschaft
Beruht des Staates stärkste Kraft,
Drum liebt ihn für und für
Der schwergeprüfte Bauersmann
Und hält als treuer Untertan
Ihm offen jede Tür.

Bei diesen Worten stellte sich bei Seiner Majestät eine Ideenassoziation ein, die ein Lächeln des königlichen Mundes zur Folge hatte, woraus alle anwesenden Gemeindevorstände aufs neue die Überzeugung gewannen, daß der hohe Herr nach wie vor den Interessen des Nährstandes seine besondere Huld zuwendete.


Der heilige Mime.

Gelasimus ein Mime war,
Wie alle anderen Mimen waren:
Des Ernstes und der Tugend völlig bar,
Jedoch in allen Lastern schauderhaft erfahren.
Nicht auf der Bühne nur: alltags sogar
Tät er mit Schminke, Lippenrot nicht sparen
Und kräuselte sein lichtgefärbtes Haar.
Kurz: allen Frommen war Gelasimi Gebaren
Ein Ärgernis, und jeglichem war klar,
Er werde als ein feister Höllenbraten
Dereinst dem Teufel in die Faust geraten.

Jedoch, was tat das dem Gelasimo?
Er war ein Heide, und als Heide so
Von Grund verstockt, daß es ihm doppelt freute,
Ein Lasterknecht und Wollüstling zu sein,
Weil er dadurch des Anstoßes ein Stein
War auf dem Wege aller frommen Leute.

Auch waren die in jener bösen Zeit
(Als Diokletian, der Schändliche, regierte)
In so verachtet schwacher Minderheit,
Daß ihr Gemurmel niemanden genierte.
Zeus saß als Sonnengott im Tempel breit
Zu Baalbek, den noch nicht das Kreuzbild zierte:
Zu Baalbek in der alten Götzenstadt,
Da dies Mirakel sich begeben hat.