Des Helden Not.
Feinde ringsum!
Hör, wie sie toben!
Unten und oben
Fall'n sie dich an.
Recke dich, Mann!
Steh nicht so stumm!
Ach, laß sie rasen,
Trommeln und blasen!
Dieses Gedräue
Bringt mich nicht um:
Aber die Reue,
Die macht mich stumm.
Erde, liebe Erde …
Wie eine Blüte im Mai
Blättert sich auf der Tag,
Zeigt seine nackende Schönheit der Sonne.
Sehen, o zaubrisches Glück! Gottselige Wonne,
Dies Atmen! Der Herzensschlag!
Schmerzen und Lüste herbei!
Ich will euch ans Herz nehmen, ans Herz drücken;
Dornen und Dolche sollen mich entzücken:
Alles was ist, ist schön und recht.
Erde, liebe Erde, ich bin dein Knecht.
Südtiroler Herbst.
Gelbleuchtend steht (wie Kapuzinerkresse)
Der Latemar. Ein buntes Pantherfell
Liegt rot-gelb-braun der Mendel um die Flanken.
Die Rebenbogen sind von Trauben leer.
Aus Riesenbottichen trieft rote Maische,
Von feisten Rindern langsam heimgeführt
Zum kühlen Keller auf staubweißen Straßen,
Vorbei an Kruzifixen wunderlich geschmückt:
Dort wo die Nägel durch die Heilandshände
Kalt in das schwarze Marterholz sich bohren,
Hängt, rechts und links dem vorgesenkten Haupte,
Prall, Beer' an Beere innig so gedrängt,
Als sei es eine ungeheure Frucht:
Je eine schwere Traube. Durch die Krone
Von Dornen windet sich, Korallen gleich,
Aus Vogelbeeren eine rote Kette,
Und dunkelgelbe Kolben Türkenkorns
Umrahmen samengolden diesen Gott
Des liebehingegebenen Schmerzenglücks.
Es ist, als wär' es ein verstellter Pan.