Hoch flog
Siegdurchglühter
Jünglinge Peitschenknall.
Goethe, Sturmlied.
c) Man gebraucht statt der abstrakten Ausdrücke bildliche Wendungen (s. hierüber: Bilder und Figuren).
Die Lebendigkeit der Darstellung zeigt sich in der Anordnung und Verbindung der Worte. Zu gleichmäßige Bildung der Sätze und zu lange Perioden machen den Stil eintönig und schleppend; mannigfacher Wechsel im Bau der Sätze ist daher ein unbedingtes Erfordernis des guten Stiles. Besondere Mittel zur Erhöhung der Lebendigkeit sind: die Inversion, das Asyndeton, das Polysyndeton und die Ellipse.
Unter Inversion versteht man die Abweichung von der regelmäßigen Wortfolge (vgl. I, S. 193 flg.). An Inversionen reich ist namentlich der Stil Schillers.
Das Asyndeton (vgl. I, 197) oder die Unverbundenheit besteht darin, daß die Konjunktionen zwischen einzelnen Wörtern oder Sätzen ausgelassen werden, z. B.: „Alles rennet, rettet, flüchtet, taghell ist die Nacht gelichtet.“ Schiller.
Das Polysyndeton (von πολυσύνδετος, d. i. vielfach verbunden) oder die Vielverbundenheit besteht in der mehrmaligen Wiederholung desselben Bindewortes, z. B. „Meine Töchter führen den nächtlichen Reihn und wiegen und tanzen und singen dich ein.“ Goethe.
Die Ellipse (von gr. ἔλλειψις, d. i. Auslassung) besteht darin, daß nur der Hauptbegriff ausgedrückt, die übrigen Satzglieder aber weggelassen werden, z. B.: „Aus meinem Angesicht, Nichtswürdiger.“ Schiller. — „Verworrene Labyrinthe — kein Ausgang — kein leitendes Gestirn.“ Schiller.