Unweit, unfern. Diese Präpositionen werden am besten immer mit dem Genitiv verbunden. Der Dativ, der sich auch findet (z. B. bei Schiller, Grimm u. a.), ist nicht zu empfehlen.

Während, ungeachtet, wegen sind nur mit dem Genitiv, nicht mit dem Dativ zu verbinden. Fehlerhaft ist es also, zu sagen: demungeachtet (statt des richtigen: dessen ungeachtet), während dem (statt des richtigen: während dessen), wegen dir (statt: deinetwegen)[33] u. ähnl. — Es kommt zuweilen vor, daß der Genitiv äußerlich nicht erkennbar ist, z. B.: während acht Tage, während zehn Jahre, wegen Scheltworte; ebenso bei einigen anderen Präpositionen, z. B.: er hat statt Bösen Gutes empfangen, innerhalb drei Jahre usw. In solchen Fällen pflegt gewöhnlich der Dativ als Ersatz des Genitivs verwendet zu werden, und man sagt: während acht Tagen, während zehn Jahren, wegen Scheltworten, er hat statt Bösem Gutes empfangen, innerhalb drei Jahren usw. Empfehlenswert ist es, in solchen Fällen ein Wort, an dem der Genitiv deutlich zutage tritt, einzuschieben und etwa zu sagen: während eines Zeitraumes von acht Tagen, wegen heftiger Scheltworte, er hat statt des Bösen Gutes empfangen, innerhalb einer Zeit von drei Jahren usw.

Statt ist als Präposition immer mit dem Genitiv zu verbinden. Doch kann das Wort, wie außer (vgl. hierüber I, 128 flg.), auch als Konjunktion stehen und regiert dann gar keinen Kasus; der Dativ oder Akkusativ, der dann gewöhnlich auf statt folgt, ist von dem Verbum und nicht von statt abhängig, z. B.: „Er hat mir geschrieben, statt dir; er hat das Schreiben an mich geschickt, statt an dich; er hat mich angesprochen, statt dich usw.“

Über längs, zufolge, trotz, sowie über entlang s. I, 122, 123 u. 125, desgl. über bei S. 124 Anm.

Ohne ist immer mit dem Akkusativ zu verbinden. Lessing, Herder und Goethe haben, dem Beispiele Luthers folgend, zwar zuweilen die Präposition ohne mit dem Dativ verbunden, doch ist dieser Gebrauch veraltet und daher heute zu vermeiden.

Bis wird in der Regel noch mit einer anderen Präposition verbunden, z. B. Es war ein König in Thule gar treu bis an das Grab. Goethe. — So konnte die ganze Ebene mit flachen Schiffen bis fast unter die Mauer von Antwerpen befahren werden. Schiller.Bis auf wenige Reste hat das Feuer alles verzehrt. Er kletterte bis zum Gipfel des Baumes empor. Blücher drang bis über den Rhein vor und folgte dem Feinde bis nach Paris. Der Feind wurde bis hinter die Verschanzungswälle zurückgetrieben. Er wurde von der schlimmen Nachricht bis ins Innerste getroffen.

Nur vor Adverbien und Ortsnamen ohne Artikel, sowie zwischen Zahlwörtern steht bis für sich allein, z. B.: Bis hierher und nicht weiter! — Bis heute, bis morgen, bis dahin, bis dorthin; zwölf bis vierzehn, in acht bis vierzehn Tagen, zwei- bis dreimal usw. Ich fuhr bis Leipzig, bis Rußland, bis Frankreich usw.

Bei zu und um ist zu merken, daß sie nur mit einem Kasus stehen, nämlich zu immer mit dem Dativ, mag es nun den Ort (wo), z. B. zu Worms, zu Aachen, zu Haus, zu Wasser und zu Lande, zur Rechten, zur Linken, zu beiden Seiten usw.; die Richtung (wohin), z. B. von Ort zu Ort, von Haus zu Haus, zur Kirche, zur Schmiede, zur Schule gehen, zur Hölle fahren, zur Ruhe kommen usw.; die Verbindung von Dingen, z. B. er goß Wasser zum Wein, er aß Fleisch zum Gemüse, Butter zum Brote usw., oder ein Größenverhältnis bezeichnen, z. B. zum Teil, zur Hälfte, zu dritt, wir waren zu vier, zu fünf, zu hunderten, zu tausenden; ich habe Fleisch, das Pfund zu einer Mark, gekauft usw. Um dagegen steht immer nur mit dem Akkusativ, mag es den Ort (wo), z. B. der Feind lagerte um die Stadt, die Soldaten lagen um das Feuer, wir saßen um den Tisch, oder die Richtung (wohin) bezeichnen, z. B. wir gingen um die Stadt, um das Haus, die Feinde stellten sich um das Gebäude usw. Fehler gegen diese einfachen Regeln kommen nicht selten vor, es ist daher notwendig, besonders darauf aufmerksam zu machen.

[33] Deinetwegen weist wie meinetwegen, seinetwegen usw. auf die ursprüngliche Form der Präposition wegen zurück, vgl. I, 252. Das Wort enthält den Plural des Possessivpronomens und heißt eigentlich: von dînen wegen.