1. Adjektive, die den Dativ regieren.

Mit dem Dativ werden verbunden die Adjektive: einem ähnlich sein, einem abtrünnig werden, einem angeboren sein, angehörig, angelegen, angemessen, angenehm, anstößig, bedenklich, begreiflich, behaglich, behilflich, bekannt, bequem, beschieden, beschwerlich, bewußt, böse, dankbar, dienstbar, dienlich, deutlich, eigen, eigentümlich, ergeben, entbehrlich, erfreulich, erinnerlich, erklärlich, ersprießlich, feil, feind, fremd, furchtbar, fürchterlich, gefährlich, gehorsam, geläufig, gemäß, gemeinsam, genehm, gesund, getreu, geneigt, gewogen, gewachsen, gleich, gleichgültig, gnädig, gram, günstig, heilsam, hold, abhold, hinderlich, kund, lästig, leicht, leid, lieb, möglich, nachteilig, nahe, nötig (not), nützlich (nütze), peinlich, recht, schädlich, schmerzlich, schrecklich, schuldig, teuer, treu, tröstlich, überlegen, verantwortlich, verbunden, verderblich, verhaßt, verwandt, wichtig, widrig, widerwärtig, willkommen, zugänglich, zugehörig u. a. Namentlich auch viele Adjektive, die mit der Vorsilbe un- gebildet werden, gehören hierher, z. B.: unangenehm, unähnlich, unbegreiflich, unbehaglich, unvergeßlich usw.

Oft wird das Dativobjekt durch eine Präposition umschrieben, z. B.: er ist böse auf mich (statt: er ist mir böse); es ist gefährlich, schrecklich, schmerzlich, verderblich, notwendig usw. für mich.

Anmerkung. Wenn ich die Wörtchen zu, allzu, genug zu einem Adjektivum setze, so kann ich mit jedem Adjektivum den Dativ verbinden, z. B.: Das ist mir zu hoch, zu schwer, allzugewöhnlich; das ist ihm nicht gut genug usw.

2. Adjektive, die den Genitiv regieren.

Mit dem Genitiv werden verbunden die Adjektive: ansichtig, bar (aller Freuden bar), bedürftig, benötigt, bewußt, eingedenk, fähig, froh, gedenk, geständig, gewahr, gewärtig, gewiß, gewohnt, habhaft, kundig, ledig, leer, los, mächtig, müde, quitt, satt, schuldig, sicher, teilhaftig, überdrüssig, verdächtig, verlustig, voll, wert, würdig, und die mit un- gebildeten Verneinungen dieser Adjektive, soweit sie sich bilden lassen, z. B.: unbewußt, uneingedenk, unkundig u. a. — Manche werden nur noch in bestimmten formelhaften Wendungen mit dem Genitiv verbunden, z. B.: Handels einig, Handels eins, eitler Ehre geizig. — Statt des Genitivs gebraucht man auch Präpositionen, z. B.: froh über etwas (statt: einer Sache froh), voll, leer, ledig, los von etwas usw.

Wenn man sagt: ich bin es müde, satt, gewiß, wert, geständig, bedürftig usw., so ist dieses es nicht der Akkusativ, wie ältere Grammatiker angenommen haben, sondern der Genitiv. Ursprünglich heißt nämlich der Genitiv Sing. des Pronomens der dritten Person (für das männliche und sächliche Geschlecht) ës (got. is). An die Stelle des alten ursprünglichen Genitivs trat später der Genitiv des reflexiven Pronomens sîn (d. i. sein, seiner). Der alte Genitiv es wurde dadurch verdrängt, erhielt sich aber noch in einzelnen Wendungen. Zu diesen gehören die oben angeführten, sowie die Ausdrücke: er hat es sich unterstanden; du wirst mir es dank wissen; er will es nicht Wort haben; ehe er es sich versah; wir haben es nicht Ursache; wir sind es nicht gewohnt usw.

Anmerkung. In Wendungen wie: keinen Pfennig wert, einen Taler wert, einen Groschen schuldig u. ähnl. ist der Akkusativ nicht ein von den Adjektiven wert, schuldig usw. regiertes Objekt, sondern ein adverbialer Akkusativ des Wertes, vgl. I, 189.

D. Rektion der Präpositionen.

Über den Kasus, den die einzelnen Präpositionen regieren, vgl. I, S. 120–132. Hier sei nur auf einige Schwankungen im Gebrauche der Präpositionen hingewiesen: