Daß ihm diese öffentliche, beabsichtigte Brüskierung Seiner Majestät des Kaisers von Indien und Königs von Großbritannien und Irland seinen Thron kosten konnte, wußte der Sohn des Bauern von Dabkar sehr wohl. Doch der britische Sirkar übersah die dem Kaiser und König angetane Schmach. Die Zeit war zu nahe, wo man Indien nötig brauchen würde, wo man keinen Mann würde entbehren können, um den dreihundert Millionen seiner Bewohner die Macht des britischen Reiches besonders vor Augen zu führen! Ist doch der Weltkrieg, nach englischer Darstellung, einzig und allein vom frevelhaften Übermut des bösen deutschen Kaisers plötzlich und grundlos dem armen unschuldigen England und der ebenso ahnungslosen übrigen Welt aufgezwungen worden!

Dem Maharadscha Siyadschi Rao, Gaekwar von Baroda, ist daher aus seinem wenig höflichen Benehmen auf dem Durbar zu Delhi 1912 kein irgendwie bemerkenswerter Schaden erwachsen[1]. Sofort nach Verlassen des Krönungsraumes war er in sein Land zurückgefahren.

IV.
Der Maharadscha von Kapurthala

Der Maharadscha von Kapurthala, in dessen Dienst ich nach Ablauf meines Vertrages mit dem Gaekwar von Baroda als Aufsichtsbeamter über alle Paläste, Marställe und Gestüte, sowie als Privatsekretär für seinen persönlichen Verkehr mit Europäern trat, war das ganze Gegenstück zu Siyadschi Rao, obgleich auch er nur durch einen Zufall auf den Thron seines Reiches gelangt war.

Sein voller Titel lautet: Sir Dschagatdschid Singh, Bahadur, Ahluwalia, Radscha-i-Radschan, Großkommandeur des Sterns von Indien, Maharadscha von Kapurthala; es bedeuten die indischen Worte etwa: Oberkriegsherr, aus dem Geschlecht der Ahluwalia, Fürst der Fürsten, Oberherrscher von Kapurthala.

Der Maharadscha von Kapurthala auf einem Staatselefanten


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