Calleken wollte diese Religion nicht einsehen, allein der Pater, der Nachricht von dieser Unterredung erhielt, bekam einen großen Schrecken und nach mehreren Unterredungen mit Calleken ließ er sich von ihr in Gegenwart eines anderen Paters eine Erklärung unterschreiben, dass sie an ihm nie etwas bemerkt, was ihr Ärgernis gegeben habe, und dass sie nichts von einer heimlichen Disziplin wisse. Der Pater stellte ebenfalls ein Zeugnis aus, dass er Ohrenzeuge einer solchen Erklärung gewesen und Cornelius wurde wieder ruhig, besonders da er sah, dass Calleken Peters das Geheimnis bewahrte und auch nicht aus seiner Beichtgenossenschaft austrat.

Nach zwei Jahren kamen ihr aber Skrupel, und sie wollte von dem Pater aus der Bibel bewiesen haben, dass die heimliche Disziplin zur Seligkeit absolut notwendig sei. Sie warf ihm vor, dass er auf der Kanzel die Bibelstellen ganz anders auslege als ihr, und er rief sehr verlegen: "Ah bah! wenn ich auf der Kanzel stehe, rede ich für die Weltkinder."

Bei einem abermaligen Disput über diesen Gegenstand riss dem Pater die Geduld, und er befahl ihr, sich auf der Stelle zu entkleiden und die Pönitenz zu empfangen; allein Calleken weigerte sich durchaus und erklärte, dass nur Beweise aus der Bibel sie vermögen könnten, zum alten Glauben an die Notwendigkeit der heimlichen Disziplin zurückzukehren. Er tobte und gab ihr drei Wochen Zeit, sich zu bedenken.

Sie war bei ihrem Entschluss geblieben und ging nach drei Wochen ins Kloster. Cornelius war nicht zu Hause, und sie kam auf den Gedanken, eine Unterredung mit dem Guardian zu haben. Im Laufe derselben fragte sie denselben, ob er Kenntnis habe von der Art und Weise, wie Pater Cornelius diszipliniere?

Nach dem der Guardian sich überzeugt hatte, dass nur Gewissensangst das Mädchen zu ihm trieb, so erklärte er ihr endlich, dass Cornelius zu den Menschen gehöre, von denen Christus gesagt - "Wehe denen, die einen von diesen kleinsten ärgern; es wäre ihm besser, dass ihm ein Mühlstein an seinen Hals gehängt und er in die Tiefe des Meeres versenkt würde."

Sie ging nun nicht mehr zu Cornelius, allein dieser belästigte sie fortwährend, und sie beschloss daher, gegen alle fernere Teilnahme an der Bußsodalität zu protestieren. Cornelius war wütend, behandelte sie wie einen bösen Geist und übergab sie feierlich dem Teufel.

Bis jetzt hatte das Mädchen geschwiegen, aber nun erhob es sich mit dem Stolz und Mut der gekränkten und misshandelten Unschuld und rief: "Wehe Euch, ihr fleischlich gesinnter Mensch, der ihr mit all diesem Nacktauskleiden und Disziplinieren nichts anderes gesucht habt, als eure unkeuschen Augen und niederträchtigen Begierden zu befriedigen zum großen Ärgernis und Skandal von so viel unschuldigen Mädchen. Wehe Euch, es wäre besser, dass Euch ein Mühlstein an den Hals gehängt und ihr in die Tiefe des Meeres versenkt würdet!"

Die Wut des Paters war unbeschreiblich. Die Szene endete damit, dass er sie am Arm ergriff und zur Tür hinausschob, wobei er wie wahnsinnig schrie: "Weg von hier, Ihr Paulianerin! ich sehe nun, dass Ihr eine Paulianerin geworden seid wie Betken Maes; weg, weg, ich übergebe Euch dem Teufel!"

Calleken Peters ging ruhig nach Hause und lebte still und sittsam, ohne - aus Rücksicht für den Guardian und andere Frauen - von der seltsamen Bußanstalt des Paters zu reden, die immer fortblühte. Sie heiratete und kümmerte sich nicht darum; aber drei Jahre nach der oben erzählten Szene kam die ganze Geschichte durch die oben erwähnte Betken Maes an den Tag.

Es war dies ein ausgezeichnet braves Mädchen. Sie hatte sich ganz und gar der Krankenpflege gewidmet und wohin sie immer kam, erschien sie wie ein Engel des Trosts. Sie hatte auch zur Bußgesellschaft von Cornelius gehört, allein gab ihn als Beichtvater auf und beichtete einem trefflichen Augustinermönch. Cornelius war wütend und verketzerte sie überall, allein Betken schwieg.