Sein eigener Sekretär, Niem, erzählt, dass der Papst zu Bologna einen Harem von 200 Mädchen unterhalten habe. Auch beschuldigt man Johann, seinen Vorgänger Clemens V. vergiftet zu haben.

Johann wurde abgesetzt. Gregor dankte freiwillig ab; aber der alte Benedikt spielte in einem Winkel Spaniens, wohin er geflohen war, den Vizegott; allein niemand kehrte sich an seine Bannflüche. Endlich ließ der neuerwählte Papst, Martin V., den neunzigjährigen Benedikt vermittelst Gift aus dem Weg räumen.

Unbegreiflich ist es, wie dieser in Wollust aller Art sich wälzende Heilige Vater ein so hohes Alter erreichen konnte. Berühmte Kanzelprediger predigten öffentlich gegen sein abscheuliches Leben, und einer derselben sagte: "J'aime mieux baiser le derrière d'une vielle maquerelle, qui aurait les hemmoroîdes, que la bouche de ce Pape là!"

Das Konzil von Konstanz verurteilte Jan Hus und Hieronymus von Prag als
Ketzer zum Feuertod und verursachte dadurch blutige Kriege; aber der
Zweck des Konzils, eine Reformation an Haupt und Gliedern der Kirche,
wurde nicht erreicht.

Im Jahr 1418 gingen die Herren Reformatoren auseinander. Die Stadt Konstanz hatte vier Jahre lang einen schönen Verdienst durch die 100.000 Fremden mit 40.000 Pferden, die sie so lange beherbergen musste. Für ihr gutes Verhalten erhielt die Bürgerschaft vom Kaiser unschätzbare Belohnungen, die ihn nichts kosteten, nämlich das Recht, eine vierzehntägige Messe zu halten, mit rotem Wachs zu siegeln, im Felde eigene Trompeter zu halten und auf ihr Banner - einen roten Schwanz zu setzen, der sie vielleicht an die vielen Kardinäle erinnern sollte; ich bin nicht bewandert genug in der Heraldik, um die Bedeutung dieses seltsamen Wappenvogels zu erklären. Der Bürgermeister wurde zum Ritter geschlagen, da das kleine Geld der Fürstengunst, die Orden, noch nicht üblich waren.

Von Eugen VI., Calixt III. und Pius II., der sich schminkte und eine Krone trug, die 200.000 Dukaten wert war; ebenso von dem schändlichen Meuchelmörder Sixtus IV., der in Rom die ersten öffentlichen Bordelle anlegte und jeden seiner Kardinäle auf die Erwerbnisse von 20-30 Huren anwies; der für Geld die Erlaubnis erteilte, bei der Frau eines Abwesenden die Stelle des Mannes zu vertreten; der mit seiner Schwester einen Sohn zeugte, seine beiden Söhne zu unnatürlicher Wollust missbrauchte und unendlich viele andere Schandtaten beging: von allen diesen Päpsten schweige ich, obgleich ihre Geschichte gewiss sehr lehrreich und erbaulich sein würde.

Innozenz VIII. (1484-1492) sorgte mit väterlicher Zärtlichkeit für seine Kinder und scharrte unendlich viel Geld zusammen. Doch das taten alle Päpste. Er zeichnete sich nur noch durch seine Sündentaxordnung aus, die in 42 Kapiteln 500 Taxansätze enthielt. Ich habe schon früher davon gesprochen; hier nur noch einige Beispiele aus diesem Schanddokument: Begeht ein Geistlicher vorsätzlich einen Mord, so zahlt er nach Reichswährung zwei Goldgulden acht Groschen. Vater-, Mutter-, Bruder- und Schwestermord ist taxiert zu ein Gulden zwölf Groschen! Wollte aber ein Ketzer absolviert werden, so hatte er vierzehn Gulden acht Groschen zu bezahlen. Eine Hausmesse in einer exkommunizierten Stadt kostete vierzig Gulden.

Dieser Papst Innozenz VIII. widmete dem Hexenwesen ganz besondere Aufmerksamkeit und kann als der Begründer der Hexenprozesse betrachtet werden, welche so vielen armen alten und jungen Weibern das Leben kosteten. In der abgeschmackten Bulle, die er hierüber erließ, faselt er von bösen Geistern, die sich auf den Menschen, und solchen, die sich unter ihn legen!

Alexander VI. (1492-1502) war der Nachfolger von Innozenz, und obwohl er nicht schlechter und lasterhafter war als viele seiner Vorgänger, so sind doch seine Handlungen mehr bekannt geworden als die anderer Päpste, und er gilt gewöhnlich als die Quintessenz päpstlicher Schlechtigkeit.

Er war in Valencia geboren und hieß ursprünglich Rodrigo Langolo; aber sein Vater veränderte seinen Namen in Borgia. Rodrigo studierte, wurde dann aber Soldat und verführte eine Witwe namens Vanozza und ihre beiden Töchter. Von einer derselben hatte er vier Söhne: Juan, Cesare, Pedro Luis und Jofré, und eine Tochter Lucrezia.