Sie schreitet, schreitet mit suchenden Füssen
Vom Vollen ins leerste Nichts;
Und wo sie hintritt, im Dunkel spriessen
Brennende Blumen des Lichts.
Und wo sie hintritt, im ewig Leeren
Urewige Fülle aufquillt;
Urewig des Endes Anfangbegehren
Des Anfangs Ende stillt.
So über die Weiten und über die Zeiten
Vom Nirgendwo zum Niemal
Mag wohl die Sehnsucht brückend schreiten
Von Berg zu Berg übers Tal.
Suh – suh – ein Ton in mir
Der schwillt und ebbt im All
Zur Weltenfuge Klanggewirr,
Zur Einheit Urchoral.
Ruh – Ruh – so singt der Ton
Der Seele Sehnsuchtslied,
So schreit die Möve sturmentflohn
Der übers Meer herzieht;
So heult der Sturm den Brausesang,
So brüllt das Meer im Grund,
Des Weltenwütens Sterbedrang,
Der Tod am Leben wund.
Weh – weh – ein Ton in mir
Zur Meeresbrandung schwillt,
Die aller Ufer Qualrevier
Mit bangem Schrei erfüllt.
Bis einst des Schweigens Abgrund weit
Den Mutterschooss auftut,
Und alles Leben, alles Leid
Erlöst im Tode ruht.