Nennt mich nicht einsam, wenn ich angstvoll lausche
Dem Rätselraunen des, der Grösser ist,
Vor dem ich widerstrebend schrumpfe, dem ich
Niemals entrinne, der mich niederbeugt,
Und ist mein ander selbst – nennt mich nicht einsam.
Da flieh ich in die Einsamkeit vor ihm
Zu andern Menschen, die kein ich kein Du sind.
Ich einsam unter ihnen als ein Er
Bin ledig meines Du's – das ist das Weltmeer;
Es soll mich trinken ach! und ist so leer;
Mich füllen ach! zu voll ist seine Fülle.
Doch überm Weltmeer schwebt das Du und füllt es
Und füllt und füllt; und trinkt die Leere; ist;
Du bist, Du bist; das Er war Lüge; lass
Mich sterben demutsvoll vor Dir, mein Du!
Bin Nichts schon und bald fass ich deine Fluten,
Dein Rätselraunen rauscht zum Urchoral,
Oh Du, oh Du – mein Ich lauscht in der Stille.
Riesengross wuchs meine Liebe ins quellende Rund,
Schwellend umschlang sie die Fülle der Welt,
Alles zu einen in einem, vom Gipfel zum Grund,
Weit zu dehnen ins Weite ein Zelt
Über das Volle und Leere, sich selbst zu umschliessen. Ach! aber die Liebe
Alles umschliessend schloss sie sich aus.
Folgte die Ebbe der Flut und trank ihre sickernden Wogen
Sehnsucht saugend in Demut, verschrumpft;
Enger und enger des Dus umklammernde Bogen;
Naht des Vergehens urwerdende Kunst.
All-einstrahlend im Brennpunkt welcher sich selber verbrennt,
bejaht sich das Leben
Weil es im Tode sich selber verneint.
Wirfst mir den Apfel in Schooss, den Apfel vom Baum der Erkenntniss,
Vom Baume der Zwietracht; auch dieser Sündenapfel sei rund.
Sitzt er am Stiele doch, Freund, hat Löcher: eins oben und unten;
Freund, er ist nur ein Kreis der um die Tangente rotiert.