[98] Ohthere sæde his hlaforde Aelfrede kyninge þæt he ealra Norðmanna norðmest bude. He cwæð þæt he bude on þæm lande norðeweardum wið þa west sæ. he sæde ðeah þæt þæt land sy swyðe norð þanon. ac hit is eall weste buton on feawum stowum. sticce mælum wiciað Finnas. on huntaðe on wintra. and on sumera on fiscoðe be þære sæ. Ohther sagte seinem herrn, dem könig Alfred, dass er von allen nordmännern am nördlichsten wohne. Er sagte, dass er in dem lande nordwärts gegen die westsee wohne; er sagte indessen, dass dieses land von da weit nach norden sich erstrecke, und ganz wüst sei, ausser dass an wenigen orten him und her Finnen hausen, zur jagd im winter und im sommer auf dem fischfang an der see.
He sæde þæt he æt sumum cyrre wolde fandian hu lange þæt land norð right læge. oððe hwæþer ænig man be norðan þæm westene bude. Ða for be norðrihte be þæm lande. let him ealne weg þæl weste land on þæt steorbord. and þa wid sæ on bæc-bord. þry dagas þa wæs he swa feor norið swa swa hwæl huntan fyrrest farað. Er sagte, dass er einmal untersuchen wollte, wie weit das land nach norden läge, oder ob jemand noch nördlich von dieser wüste wohne. Deshalb ging er gerade nördlich von dem lande, und liess den ganzen weg das wüste land an dem steuerbord und die offene see an dem backbord. In drei tagen war er so weit nördlich, wie die wallfischjäger weitestens fahren,
Ða for he þa gyl norð ryhte. swa fær swa he mihte on þæm oðrum þrim dagum geseglian. Þa beah þæt land þær caste ryhte. oððe sio sæ in on þæt land. he nyste hwæþer. buton he wisste þæt he þær bad westan windes. oððe hwone norðan. and seglede þanon east be lande. swa swa he mihte on feower dagum geseglian. deshalb ging er dann noch immer gerade nördlich, so weit er in anderen drei tagen segeln konnte; da zog sich das land genau östlich, aber ob die see in das land hineinging, wusste er nicht; er wusste jedoch, dass er dort west- oder etwas nördliche winde abgewartet, und segelte dann östlich am lande hin so weit er in vier tagen segeln konnte.
Þa sceolde he þær bidan ryhte norðan windas. forðan þæt land beah þær suð rihte. oððe sio sæ in on þæt land. he nyste hwæþer. Þa seglede he þanon suðrihte be lande, swa swa he mihte on fif dagum geseglian. Dann musste er da rechte nordwinde abwarten, denn das land zog sich dann ganz nach süden, ob aber die see in das land hinein ging, wusste er nicht. Dann segelte er von da südlich am lande so weit, als er in fünf tagen segeln konnte.

Folgendes ist eine probe von Alfred’s Übersetzung des Boethius c. XII.

Ða ongan se wisdom gliowian. and geoddode þus. Se þe wille fæst bus timbrian. ne sceall he hit no settan upon þone hehslan cnol. and se ðe wille godcundne wisdom secan. ne mæg he hine wiþ ofermetta. and eft se þe wille fæst hus timbrian. ne seile he hit on sondbeorhas. Da begann die Weisheit zu singen und sang also: derjenige, welcher ein festes haus zimmern will, der soll es nicht setzen auf die höchste bergspitze, und der da will göttliche weisheit suchen, der mag es nicht mit übermuth. Und wieder, wer ein festes haus zimmern will, der setze es nicht auf sandberge.
Swa eac gif þu wisdom timbrian wille. ne sete ðu hine uppan þa gitsunga. forðam swa swa sigende sond þonne ren swylgþ. swa swylgþ seo gitsung þa dreosendan welan þisses middangeardes. forðam hio hiora simle bið ðurstegu. So auch wenn du weisheit bauen willst, so setze sie nicht auf gelüste; denn so wie durstiger sand den regen verschlingt, so verschlingt auch die begierde die vergänglichen schätze dieser welt, denn sie ist ihrer immer durstig.
ne mæg hus naht lange standan on ðam hean munte. gif hit full ungametlic wind gestent. næft þæt þæt te on ðam sigendan sonde stent for swiþlicum rene. swa eac þæt mennisce mod bið undereten and aweged of his stede. þonne hit se wind strongra geswinca astyrod. oððe se ren ungemetlices ymbhogan. Ein haus kann nicht lange stehen auf dem hohen berge, wenn es ein voller, unmässiger wind drängt; auch behält er das nicht, welches auf dem durstigen sande steht, wegen vieles regens. So wird auch das menschliche gemüth verkehrt und von seiner stätte gebracht, wenn es der wind starker versuchungen bewegt, oder der regen unermesslicher gelüste.
Ac se þe wille habban þa ecan gesælþa. he sceal fleon þone frecnan wlite þises middaneardes. and timbrian þæt hus modes on þam fæstan stane eaðmetta. forþam ðe Crist eardað on þære dene eadmodnesse. and on þam gemynde wisdomes. Aber der, welcher das ewige glück haben will, muss fliehen den gefährlichen glanz dieser welt und das haus des geistes auf dem festen steine der demuth zimmern; denn Christus wohnt in dem thale der demuth und in dem geiste der weisheit.
forþam simle se wisa mon eall his lif læt on gefean unonwendendlice and orsorh. Þonne he forsihþ ægðer ge þas eorþlican god ge eac þa yflu. and hopaþ to þam toweardam. Þæt sint þa ecan. forþam ðe God. hine gehelt æghwonan. singallice wuniende. on his modes gesælþum. ðeah þe se wind. þara earfoþa. and seo singale gemen. þissa woruld selþa. him onblawe. Daher führt der weise mann immer sein ganzes leben in unveränderlicher und unbesorgter freude, wenn er sowohl das irdische gut als auch das übel verachtet und auf die zukünftigen dinge hofft, welche ewig sind; denn gott hält ihn überall, immerdar wohnend in seines geistes freuden, wenn auch der wind der kümmernisse und die beständige sorge dieser weltfreuden ihn anblase.

Alfric. Ebenso bedeutend für die angelsächsische literatur und spräche als Alfred ist Alfric, erzbischof von Canterbury, welcher 1006 starb. Er hinterliess zahlreiche schriften, von denen mehrere auf uns gekommen sind: eine sammlung von acht predigten, eine übersetzung der ersten sieben bücher der bibel und mehrere abhandlungen. Auch war er der verfasser eines lateinischen glossariums, eines colloquiums und einer lateinischen grammatik, welche ihm den namen des grammatikers erwarb. Diese schriften, welche für den unterricht der mönche und geistlichen hauptsächlich bestimmt waren, verdankten ihren ursprung dem streben, die sinkende kenntniss der lateinischen sprache zu heben. Klagt doch Alfric, dass es schon so weit gekommen war, dass kein englischer priester einen lateinischen brief schreiben oder verstehen konnte, bis erzbischof Dunstan und bischof Ethelwald mit der klosterregel einige gelehrsamkeit hergestellt habe, (swa þat nan Anglisc preost ne cuðe dihtan oððe asmeagan ænne pistol on Leden, oð þæt Dunstan arce-biscop and Aeðelwald biscop æft þa lare on munuc lifum arærde.) Obwohl Alfric ein geistlicher und gelehrter war, bediente er sich doch nicht, wie seine vorgänger, der lateischen sprache, sondern schrieb in angelsächsischer, um das volk aufzuklären, wie er angiebt, zu welchem zwecke er auch nach seiner eigenen erklärung alle dunklen worte vermied, damit er besser verstanden würde.[99]

Aus Alfric’s Abendmahls-Predigt.Übersetzung.
[100]Nu smeadon ge-hwilce men oft, and git ge-lome smeagaþ hu se hlaf ðe bið of corne ge-gearcod and ðurh fyres hætan abacen, mage beon awend to Cristes lichaman, oððe þæt win, þe biþ of manegum berium awrungen, weorþe awend þurh anigre bletsunge to Drihtnes blode. Nun untersuchten etliche Menschen oft und forschen noch häufig, wie das brod, das aus korne bereitet ist und durch feuers hitze gebacken, in Christi leib verwandelt werden könne, oder dass wein, der aus vielen beeren gepresst ist, durch eine segnung in des herrn blut verwandelt werde.
Nu secge we ge-hwilcum mannum þæt sume ðing sind ge-cwedene be Criste þurh ge-tacnunge, sume þurh ge-wissum ðinge. Soð ðing is and ge-wis þæt Crist wæs of mædene acenned, and sylfwilles ðrowode deaþ, and wæs bebyriged, and on ðisum dæge of deaþ aras. Nun sagen wir solchen menschen, dass einige dinge bei Christo durch gleichniss, andere mit gewissheit gesagt sind. Eine wahre und gewisse sache ist es, dass Christ von einer jungfrau geboren ward, und freiwillig den tod litt, und begraben ward und an diesem tage (ostern) vom tode aufstand.
He is ge-cweden hlaf ðurh ge-tacnunge, and lamb, and leo, and gehu elles. He is hlaf ge-haten, for þan þe he is ure lif and engla. He is lamb ge-cweden, for his unscæþþinysse; leo, for ðære strencþe þe he oferswiþde ðone strangan deofol. Ac swa þeah æfter soþum ge-cynde nis Crist naþor ne hlaf, ne lamb, ne leo. Er wird brod durch gleichniss, und lamm, und löwe und was sonst. Er wird deshalb brod geheissen, weil er unser und der engel leben ist; er wird lamm genannt, wegen seiner unschuld; löwe, wegen der kraft, mit der er den starken teufel überwältigte. Aber doch ist Christ nach wahrem wesen weder brod, noch lamm, noch löwe.
Hwi is ðonne þæt halige husell ge-cweden Cristes lichama, oððe his blod, gif hit nis soþlice þæt þæt hit ge-haten is? Soðlice se hlaf and þæt win þe beoþ þurh sacerda mæssan ge-halgode, oþer ðing hi æteowiaþ menniscum andgitum wiþutan, and oþer þing hi clypiað wiþ-innan geleaffullum modum. Warum wird denn das heilige abendmahl Christi leib oder sein blut genannt, wenn es das nicht wahrhaftig ist, was es geheissen wird? Wahrlich, das brod und der wein, die durch des priesters messe geheiligt werden, zeigen äusserlich dem menschlichen verstande ein anderes wesen, und eine andere sache rufen sie innerlich den gläubigen gemüthern zu.
Wiþ-utan hi beoþ ge-sewene hlaf and win ægþer ge on hiwe ge on swæcce, ac hi beoþ soþlice æfter þære halgunge Cristes lichama and his blod ðurh gastlice gerynu. Hæþen cild biþ ge-fullod, ac hit ne bræt na his hiw wiþ-utan, ðeah ðe hit beo wiþ-innan awend. Aeusserlich sind sie sichtbarlich brod und wein sowohl im aussehen als im geschmack; aber sie sind auch in Wahrheit nach ihrer heiligung Christi leib und sein blut durch geistiges geheimniss. Ein heidenkind wird getauft, aber es ändert seine gestalt äusserlich nicht, obwohl es innerlich umgewandelt sei.
Hit biþ ge-broht synfull ðurh Adames forgægednysse to þam fant fate. Ac hit biþ aþwogen fram eallum synnum wiþinnan, ðeah ðe hit wiþ-utan his hiw ne awende. Es wird durch Adam’s ungehorsam sündig zu dem taufgefäss gebracht; aber es wird von allen sünden innerlich abgewaschen, obgleich es äusserlich seine gestalt nicht verwandle.
Eac swylce þæt halige fant wæter, ðe is gehaten lifes wyl-spring, is gelic on hiwe oðrum wæterum, and is under ðeod brosnunge, ac ðæs halgan gastes miht ge-nealæcþ þam brosnigendlicum wætere, ðurh sacerda bletsunge, and hit mæg syþþan lichaman and sawle aþwean fram eallum synnum ðurh gastlice mihte. Auch solches heilige taufwasser, welches die quelle des lebens geheissen wird, ist an gestalt anderen wässern gleich, und ist dem gänzlichen verderben (ausgesetzt), aber des heiligen geistes macht kommt durch des priesters segnung zu dem verderblichen wasser, und es kann darauf leib und seele durch geistige macht von allen sünden abwaschen.
Efne nu we ge-seoþ twa ðing on ðisum anum ge-sceafte. Æfter soþum ge-cynde, þæt wæter is brosniendlic wæter, and æfter gastlicre ge-rynu hæfþ halwende mihte. Seht, nun erblicken wir zwei wesen an diesem einen geschöpfe. Der wahren natur nach ist das wasser verderbliches wasser und nach dem geistigen geheimniss hat es heiligende macht.
Swa eac gif we sceawiaþ þæt halige husel æfter lichamlicum andgite, þonne ge-seo we þæt hit is ge-sceaft brosniendlic and awendedlic: Gif we þa gastlican mihte ðær on to-cnawaþ, ðonne undergite we þæt ðær is lif on, and forgifþ undeadlicnysse ðam ðe hit mid ge-leafan þicgaþ. So auch wenn wir das heilige abendmahl nach menschlichem verstande schauen, dann sehen wir, dass es ein verderbliches und wandelbares geschöpf ist; wenn wir die geistige macht daran erkennen, dann sehen wir ein, dass leben darin ist, und dass es unsterblichkeit giebt denen, die es mit glauben geniessen.
Micel is betwux ðære ungesewenlican mihte ðæs halgan husles, and þam ge-sewenlican hiwe agenes ge-cyndes. Hit is on ge-cynde brosniendlic hlaf and brosniendlic win, and is æfter mihte Godcundes wordes soþlice Cristes lichama and his blod, na swa þeah lichamlice, ac gastlice. Viel ist zwischen der unsichtbaren macht des heiligen abendmahles und der sichtbaren gestalt seiner eigenen natur. Es ist von natur verderbliches brod und verderblicher wein, und ist nach der macht des göttlichen wortes wahrlich Christi leib und sein blut, doch nicht etwa leiblich, sondern geistig.

Alfric Bata. Als nachfolger Alfric’s ist Alfric Bata oder Putta, erzbischof von York, zu nennen. Er ist der verfasser von zwei hirtenbriefen, welche zuerst in lateinischer sprache geschrieben waren, aber auf den wunsch Wulfstan’s, welcher bis 1023 erzbischof von York war, in das Angelsächsische übersetzt wurden, damit ihr nutzen ein allgemeiner würde. Ein zuerst von Alfric Grammaticus verfasstes colloquium, so wie wahrscheinlich auch dessen grammatik und glossarium, wurde von Alfric Bata von neuem herausgegeben. Der tod Alfric’s erfolgte im jahre 1051.[101]

Aus dem zweiten Hirtenbriefe Alfric’s.
[102] Crist sylf ge-halgode husel ær his þrowunge; he bletsode þone hlaf and to-bræc, þus cweþende to his halgum apostulum, „etaþ þisne hlaf, hit is min lichama;“ and he eft bletsode ænne calic mid wine, and cwæþ heom þus to „Drincaþ ealle of þisum, hit is min agen blod þære niwan ge-cyþnysse, þe biþ for manegum agoten, on synna for-gyfenysse.“ Christ selbst heiligte das abendmahl vor seinem leiden; er segnete den leib und brach ihn, also zu seinen heiligen aposteln sprechend: „esset dieses brod, es ist mein leib;“ und darauf segnete er einen kelch mit wein und sprach also zu ihnen: „trinket alle von diesem, es ist mein eigenes blut des neuen zeugnisses, welches für viele vergossen wird zur sündenvergebung.“
Se Drihten þe halgode husel ær his þowunge, and cwæþ þæt se hlaf wære his agen lichama, and þæt win wære witodlice his blod, se halgaþ dæghwamlice þurh his sa cerda handa blaf to his lichaman and win to his blod on gastlicere ge-ryne, swa swa we rædað on bocum. Der herr, welcher das abendmahl vor seinem leiden heiligte und sprach, dass das brod wäre sein eigener leib, und der wein wirklich sein blut wäre, weiht täglich durch seines priesters hand brod zu seinem leib und wein zu seinem blut im geistigen geheimniss, wie wir in büchern lesen.
Ne biþ se liflica hlaf lichamlice swa þeah se ylca lichama þe Crist on þrowode, ne þæt halige win nis þæs Hælendes blod þe for us agoten wæs on lichamlican þinge; ac on gastlicum andgyte ægþer biþ soþlice, se hlaf his lichama, and þæt win eac his blod, swa swa se heafonlica hlaf wæs þe we hataþ manna. Das lebendige brod ist indessen doch nicht derselbe körper, an dem Christus litt, noch ist der heilige wein des heilandes blut, das für uns vergossen ward in leiblicher weise, aber in geistigem sinne ist ein jedes wahrlich, das brod sein leib,und der wein auch sein blut, wie es das himmlische brod war, das wir manna heissen.
Aus dem Colloquium.
Þucnapaliwætdydestto dæg
Magister.Tu,puer,quidfecistihodie?