Þey my tonge were of stel, me scolde noȝt dure7) þerto.

Robert Manning. Ein nachfolger Robert’s von Gloucester ist Robert Manning, gewöhnlich Robert de Brunne genannt, weil er in dem kloster Brunne oder Bourne in Lincolnshire in der letzteren zeit der regierung Eduard’s I. und während der ganzen regierungszeit Eduard’s II. lebte und schrieb. Manning’s reimchronik besteht aus zwei theilen, welche beide aus dem Normännisch-Französischen übersetzt sind. Der erste theil schliesst sich an Wace’s Brut an und geht bis zum tode Cadwallader’s; der zweite verfolgt die geschichte bis zum tode Eduard’s I. und ist aus der chronik des Piers oder Peter de Langtoft, welcher in dem stifte St. Augustin zu Bridlington in Yorkshire gleichzeitig mit Manning lebte, geschöpft. Der letztere theil von Manning’s reimchronik, als der interessantere, wurde 1725 ebenfalls von Hearne herausgegeben.[159] Dieser theil ist wie das französische original Langtoft’s in zwölfsylbigen alexandrinern, dagegen der ältere aus Wace’s Brut entnommene, wie dieser selbst, in achtsylbigen versen geschrieben. Manning übersetzte auch die lateinische abhandlung seines zeitgenossen, des cardinals Bonaventura, „de Coena et Passione Domini, et Poenis S. Mariae Virginis“ in gereimte verse unter dem titel: Medytaciuns of the Soper of our Lorde Jhesu, and also of his Passyun, and eke of the Peynes of hys swete Modyr mayden Marye. Ferner übersetzte er unter dem titel: A Handling of Sins in einer gereimten umschreibung das Manuel des péchés des William von Wadington, worin die sieben todsünden in legendenhaften geschichten geschildert werden.

Aus Robert von Brunne’s Vorrede zu seiner Chronik.
(Ausgabe von Hearne, Bd. I, S. XCVI.)

Lordynges, that be now here,
If ȝe wille listene and lere
All þe story of Inglande,
Als Robert Mannyng wryten it fand,
And on Inglysch has it schewed,
1) einfältig 2) wohnen 3) lust 4) beisammen Not for þe lerid bot for þe lewed,1)
For þo þat in þis land wonn,2)
Þat þe Latyn no Francys conn,
For to haf solace and gamen3)
In felawship when þai sitt samen.4)
And it is wisdom forto wytten
Þe state of þe land, and haf it wryten:
What manere of folk first it wan,
And of what kynde it first began.
And gude it is for many thynges,
5) thaten 6) schlemmen For to here þe dedis5) of kynges,
Whilk were foles and whilk were wyse,
And whilk of þam couth mast quantyse;6)
And whilk did wrong and whilk ryght,
And whilk mayntend pes and fyght.—
Als þai haf wryten and sayd,
Haf I alle in myn Inglis layd,
In symple speche as I couthe,
Þat is lightest in manne’s mouthe.
I mad noght for no disours,
7) geschichtenerzähler 8) harfner Ne for no seggers7) no harpours,8)
But for þe luf of symple men,
þat strange Inglis can not ken.
For many it ere þat strange Inglis
In ryme wate neuer what it is,
And bot þai wist what it mente,
Ellis me thoght it were alle schente.
I made it not forto be praysed,
Bot at þe lewed men were aysed.
9) versus caudati 10) versus interlaqueati, welche sich in der mitte und am ende reimten. 11) bâton. If it were made in ryme couwee,9)
Or in strangere or enterlace,10)
Þat rede Inglis it ere inowe,
Þat couthe not haf coppled a kowe,
Þat outhere in couwee or in baston11) [160]
Som suld haf been fordon,
So þat fele men þat it herde,
Suld not witte howe þat it ferde. [161]

L. Minot. Das vierzehnte jahrhundert war nicht unfruchtbar in englischer dichtkunst. Die gedichte Lawrence Minot’s über die siege und schlachten Eduard’s III. von 1333-1352, welche vielleicht das erste selbstständige denkmal englischer poesie sind, indem seine bekannten vorgänger fremde werke nur übersetzten und nachahmten, wurden von Tyrwhitt in einem manuscripte des brittischen museum’s (Cotton. Ms. Galba E. IX.), welches man früher für eine handschrift Chaucer’s gehalten hatte, entdeckt, als er materialien zu seiner ausgabe der Canterbury Tales suchte, und in seinem Essay on the language and versification of Chaucer, welches seiner ausgabe der Canterbury Tales vorgedruckt ist, 1775 zuerst (unter note 54) erwähnt. Später theilte Warton in seiner History of English poetry (Band III.) proben der gedichte des Minot mit. Endlich wurden sie 1796 von Ritson vollständig mit vielen historischen und sachlichen erläuterungen und einem glossarium herausgegeben. Eine neue auflage des Ritson’schen werkes erfolgte im jahre 1825.[162] Die zehn gedichte Minot’s, welche es enthält, handeln von der schlacht am Halidon Hill (1333), der schlacht von Bannockburn (1314), wo Eduard’s III. vater geschlagen wurde, dessen niederlage der sohn rächte, dem ersten einfalle Eduard’s III. in Frankreich (1339), dem seegefecht in der Swine, südlich von der insel Cadsand an der mündung der Schelde (1340), der belagerung von Tournay (1340), der landung des englischen königs zu La Hague (1346), der belagerung von Calais (1346), der schlacht von Neville’s Cross (1346), dem seegefecht mit den Spaniern bei Winchelsea (1350) und der einnahme von Guisnes (1352).

Während die alten Angelsachsen den reim wenig kannten, sondern ihre verse, abgesehen von dem inhalte, durch die alliteration von der prosa unterschieden, wurde durch die Normannen der reim in England eingebürgert, und als kennzeichen der poesie auch von der alten volkssprache angenommen. Dabei findet sich aber in den trümmern derselben immer noch eine entschiedene neigung zur alliteration, deren spuren nie ganz verschwinden. So zeigt sich z. b. bei Minot ausser dem reim an vielen stellen die alte art der poetischen form.

1) wohnung Edward, owre comely cing,

In Braband has his woning1)
With many comely cnight;

2) bis zur zeit wo And in that land, truely to tell,

Ordains he still for to dwell
To time2) he think to fight.