Of Sire Libeux, and Pleindamour.
But Sire Thopas, he bereth the flour
Of real chevalrie.
Die Robin Hood Balladen. Aller wahrscheinlichkeit nach lebte dieser chevalereske romanzencyclus nur in den höheren klassen der gesellschaft, wofür auch die französischen bearbeitungen desselben sprechen. Ein zweiter sagenkreis, die Robin Hood ballade, war nach seinem entstehen und ganzen wesen eigenthum der tieferen schichten des volkes. Seine entstehung fällt in die zeit, wo die Angelsachsen nach der eroberung des landes durch die Normannen von diesen hart gedrückt wurden, und einzelne kühnere männer des besiegten volkes, welche sich in die sümpfe und wälder zurückgezogen hatten, von hier an dem leben und gute der Normannen, besonders aber an dem durch strenge jagdgesetze geschützten wilde des königs repressalien nahmen, welche das unterdrückte volk unterstützte und guthiess, zumal es selbst manchen genuss davon ziehen mochte. Ob es jemals einen sächsischen outlaw mit namen Robin Hood und seinen treuen genossen Little John gegeben habe, dürfte nicht mehr auszumachen sein, da die spätere volkssage den charakter Robin Hood’s durchaus generalisirt und den namen Robin (Robert, Ruprecht) Hood (mit der kappe, oder vielleicht of the wood, aus dem walde) mit der bedeutung eines neckischen, den armen wohlgesinnten koboldes (Robin-Good-fellow) verbunden hat. In den hierher gehörenden balladen wird der held als vorzüglicher bogenschütze, als wilddieb und als lustiger, die freuden der tafel und der gelage nicht verachtender gesell dargestellt. Eine besondere eigenthümlichkeit dieses balladencyclus ist es, dass der held desselben nur gegen die das volk drückenden diener und grossen des königs, nicht gegen diesen selbst krieg führt; im gegentheil wird der könig bei einer zufälligen begegnung mit dem feinde seines wildes von diesem stets gastlich aufgenommen, so dass beide ganz gut bekannt werden, und der wilddieb wohl gar mit an den hof geht. Mit diesem merkwürdigen zuge der loyalität mochte das englische volk, in welchem jene balladen lebten, seine freude an dem ungesetzlichen leben Robin Hood’s gleichsam beschönigen wollen.
König Eduard und der Schäfer. Eine der ältesten balladen dieses kreises ist könig Eduard (II.) und der schäfer, welche sich zusammen mit der ältesten Robin Hood ballade in einem Ms. (Ff. 5. 48) zu Cambridge aufbewahrt befindet. In diesem gedichte nennt sich der könig Jolly Robin und schickt sich an, mit dem schäfer zu essen und zu trinken, wobei ihm dieser seine schlingen zeigt, mit denen er das wild fängt. Der schäfer begiebt sich auf die einladung Jolly Robin’s an den hof, wo er nach einiger zeit entdeckt, dass sein gast der könig selbst gewesen sei. Folgendes ist die stelle aus dieser schönen ballade, in welcher der schäfer das ansinnen des ihm unbekannten königs, diesem eine probe von seiner geschicklichkeit im fangen des wildes zu geben, zuerst zurückweiset:
The herd bade, „let sech wordis be,
Sum man myȝt here the,
The were better be still.
Wode has erys, felde has siȝt:
Were the forster here now right,
They wordis shuld like the ille.
He has with hym ȝong men thre,
Thei be archers of this contré.
The kyng to serve at wille,