At Trompyngtoun nat fer fro Cantebrigge,
Ther goth a brook, and over that a brigge;
Upon the whiche brook ther stant a melle:
And this is verray soth that I ȝou telle.
A meller was ther dwellyng raany a day,
As eny pecok he was prowd and gay;
Pipen he coude, and fisshe, and nettys beete,
And turne cuppes, wrastle wel, and scheete.
Ay by his belt he bar a long panade,
And of a swerd ful trenchaunt was the blade:
A joly popper bar he in his pouche;
Ther was no man for perel durst him touche.
A scheffeld thwitel bar he in his hose.
Round was his face, and camois was his nose:
As pyled as an ape was his skulle.
He was a market beter at the fulle.
Ther durste no wight hand upon him legge,
That he ne swor anon he schuld abegge.
A theef he was for soth of corn and mele,
And that a sleigh and usyng for to stele.
His name was hoote deynous Symekyn.
Unvollständigkeit der Canterbury Tales. Die Canterbury Tales sind, wie sie in unsere hände gekommen, ein unbeendigtes, oder wenigstens unvollständiges werk, welches nur aus vier und zwanzig (einschliesslich zwei in prosa geschriebenen) geschichten besteht; vor einer jeden geht ein vorwort, prolog, vorauf, welcher zuweilen, wie vor der geschichte des weibes aus Bath, sehr ausgedehnt ist. Von diesen 24 geschichten sind einige unvollständig. Von der des kochs haben wir nur einige zeilen, des junkers geschichte wird nur halb erzählt, und die burleske geschichte des Sir Thopas wird absichtlich in der mitte abgebrochen. Wenn der in Chaucer’s prolog niedergelegte plan ausgeführt worden wäre, hätte das gedicht aus hundert und zwanzig geschichten, wahrscheinlich doch auch einer schilderung des aufenthaltes in Canterbury und der lustigen preiszuerkennung nach der rückkehr der gesellschaft im Tabard Inn bestehen müssen. Es ist auch nicht unversucht geblieben, in alten ausgaben einige unächte geschichten zur ausfüllung der lücken im original unterzuschieben, welche von Tyrwhitt zurückgewiesen worden sind. Trotz seiner unvollständigkeit reicht jedoch das gedicht vollständig aus, um Chaucer den ersten platz unter den alten englischen dichtern und damit die unsterblichkeit zu sichern. Schon seine zeitgenossen und unmittelbaren nachfolger waren stolz auf dieses werk und betrachteten es als einen triumph England’s nicht bloss über die französische vergangenheit, sondern auch über die literatur anderer völker in jener zeit. Zahlreiche abschriften verbreiteten Chaucer’s ruhm, und als die druckerkunst in England eingeführt wurde, war es eine der ersten pflichten der presse Caxton’s, jene geschichten Chaucer’s zu drucken, welche eine neue aera der englischen literatur so glänzend begonnen hatten.
Chaucer’s Bearbeiter. Dryden und Pope haben einige schöpfungen Chaucer’s überarbeitet und sie, in anderer sprache und von manchen zu derben ausdrücken und schilderungen befreit, späteren zeiten geniessbarer gemacht, freilich aber auch die eigenthümlichkeiten des alten dichters sehr verwischt. In neuerer zeit hat R. H. Horne unter dem titel Chaucer Modernised mit mehr rücksicht auf das wesen der gedichte Chaucer’s die schönsten derselben dem dankbaren vaterlande mitgetheilt, und C. C. Clarke im jahre 1835 in zwei bänden unter dem titel The Riches of Chaucer die schönsten stellen des alten barden mit veränderung der orthographie hervorgehoben.
Chaucer’s Metrik. Chaucer’s verse besitzen eine cäsur. In den handschriften ist jeder vers in der mitte durch einen strich in zwei theile gesondert. Die alten bis zum jahre 1532 erschienenen ausgaben haben diese bezeichnung der cäsur beibehalten; in späteren wurde sie nicht mehr bemerkt. Das metrum besteht meist aus fünffüssigen jamben, welche indessen oft durch eine überschlagende tonlose sylbe einen weiblichen schluss erhalten. Dabei sind die sylben mit tonlosem, im späteren Englisch gewöhnlich stummen end-e oft gezählt, vorzüglich wenn ein consonant auf sie folgt, wogegen sie meist mit einem folgenden vocale zusammenschmelzen. Diese eigenthümlichkeit des metrums Chaucer’s ist ohne zweifel auf die aussprache des Englischen zu seiner zeit basirt, nicht aber auf willkür, wie englische commentatoren anzunehmen geneigt sind. R. Chambers in seiner Cyclopædia of English literature, Edinburgh, 1844 band I. s. 15, sagt: „The accentuation, by a license since abandoned, is different in many instances from that of common speech; the poet (Chaucer), wherever it suits his conveniency, or his pleasure, makes accented syllables short, and short syllables emphatic!“ Solche annahme, in dem munde eines Engländers zumal, ist ehrenkränkend für den alten barden, welcher die grundsätze der metrik sehr gut gekannt, aber schwierigkeiten genug gehabt haben mag, die flüssige, in steter veränderung begriffene volkssprache damit in einklang zu bringen. Das alte angelsächsische element mochte sich sowohl durch umlautung, oder besser durch ablautung der stammvokale, als durch abschleifung der endungen immer mehr dem jetzigen Englisch nähern, andererseits aber noch im kampfe mit den vocalen und besonders mit dem accent der neu aufgenommenen französischen und fremden wörter befinden, so dass besonders in letzterer hinsicht Chaucer, welcher im verhältniss zu seinen nächsten vorgängern, ja seinen eigenen zeitgenossen, als übersetzer und bearbeiter französischer originale sehr viele französische wörter in seinen werken gebraucht, vielleicht neu einführt, gewiss viele mühe hatte, die noch nicht erstarrten, oft wenig homogenen wörter und sprachformen in die harmonie und den rhythmus eines verses zu bringen.
Chaucer’s Accent französischer wörter. Die aussprache der französischen wörter in Chaucer’s zeit muss ihrer jetzigen, wo der germanische accent den französischen grösstentheils überwunden hat, wenig geglichen, sondern mit der romanischen, welche die neigung hat, ihre accente dem ende der wörter zu nähern, mehr übereingestimmt haben. So hat Chaucer natúre, coráges, pilgrimáges gesprochen, wie aus folgenden beiden versen (10. 11. des prologs zu den Canterbury Tales) hervorgeht:
So prik|eth hem | natú|rĕ in hir | corágĕs
Than long|en folk | to gon | on pil|grimágĕs.
Ebenso muss man licóur, vertúe und flóur accentuirt haben, wie vers 3 und 4 desselben prologs zeigen:
And ba|thed ev|ĕry vei|nĕ in swich|ĕ licóur,
Of whichĕ vertúĕ | engen|dred is | the flóur.
Auch die wörter pleasánt, amiáble, contreféten, manére, reverénce, consciénce wird man in folgenden versen (137-142 des prologs) mit französischem accent versehen finden:
And si|kerly | she was | of gretĕ | disport,
And ful | pleasánt | and a|miáblĕ | of port,
And pei|ned hirĕ |to con|trefé|ten ché|rĕ
Of court | and ben | esta|tĕlich of | mané|rĕ,
And to ben hol|den dignĕ | of re|verén|cĕ.
But for | to spe|ken of | hirĕ con|scién|cĕ.