[1.] Auch Plinius, Ptolomæus und Stephanus Byzant. bezeichnen Britannien mit diesem namen.
[2.] Beide namen mögen von den phönizischen und karthagischen kaufleuten herrühren, indem sie offenbar semitischen ursprungs sind und dieselbe bedeutung haben, wie Bochart (Canaan, lib. 1. c. 39) zuerst vermuthet hat, indem er Kassiteron, worunter Plinius zinn versteht, mit dem chaldäischen kastira und kistara und dem arabischen kasdar, welche worte zinn bedeuten, in verbindung bringt und das wort Brettanike, wie es griechisch geschrieben wird, von dem semitischen barat anuk, zinnland, ableitet, wonach die phönizischen kaufleute den fundort des zinnes in ähnlicher weise benannt hätten, als die neue zeit von den gewürzinseln, der gold- oder sklavenküste spricht. Höchst unwahrscheinlich ist es dagegen, dass Britannien nach dem keltischen wort bryt, bemalt, wegen des tätowirens der eingeborenen seinen namen empfangen hätte. Die dichter und chronisten von Wales nennen die keltischen bewohner von Wales Kymry (Cimbern). Den grössten theil von England nennen sie Lloegr und dessen bewohner Lloegrwys (Sharon Turner’s hist. of the Angl. Sax. vol. I. Book I. chap. II. III.). Die ähnlichkeit des namens Brutus und Britannia mag Nennius, aus dem Geoffrey von Monmouth in späterer zeit geschöpft hat, zu der fabelhaften annahme veranlasst haben, Britannien sei von „Brutus,“ dem enkel des Askanius und urenkel des Aeneas, benannt und bevölkert worden. Nennius’ fabel, welche angeblich aus römischen quellen geschöpft ist, dürfte eine ausmalung der angäbe des Ammianus Marcellinus XV, 9 sein. (Am angeführten orte chap. IV.)
[3.] Sharon Turner in seiner History of the Anglo-Saxons (Vol. I. Book I. chapt. 2) hat über die ältesten bewohner Britanniens alles zusammen getragen, was geschichte, sage und fabel uns überliefert haben.
[4.] Cæsar de bell. Gall. V, 12: „qui omnes fere iis nominibus civitatum adpellantur, quibus orti ex civitatibus eo pervenerunt et bello illato ibi remanserunt atque agros colere coeperunt.“
[5.] Die in Gallien wohnenden Belgen, so wie die Aquitanier waren nach Cæs. de bell. Gall. I, 1 von den eigentlichen Galliern, oder Kelten lingua, institutis, legibus verschieden. Wenn Cæsar de bell. Gall. II, 4 von den zunächst den Galliern wohnenden Belgen (Remi, um das heutige Rheims) erfuhr, dass plerosque Belgas ortos a Germanis, und dass sie Rhenum transductos propter loci fertilitatem ibi consedisse, Gallosqne qui ea loca incolerent, expulisse, so scheint dieses darauf hinzudeuten, dass die ursprünglichen Belgen (Gallier, Kelten.—Bel im keltischen ein morast) sich nach dem gegenüberliegenden Britannien geflüchtet und dort neue niederlassungen gegründet hatten. Will man dieses nicht zugeben, so würde man zu der annahme gedrängt werden, dass die bevölkerung der brittischen südküste, besonders aber von Kent, schon lange vor Cäsar’s zeit eine deutsche gewesen sei.
[6.] Cæsar de bell. Gall. V, 14: „Ex his omnibus longe sunt humanissimi, qui Cantium incolunt, quæ regio est maritima omnis, neque multum a Gallica differunt consuetudine.“
[7.] Dio Cassius im IX. buche, Sueton und Plutarch in ihren lebensbeschreibungen, Tacitus in den annalen und besonders in seiner lebensbeschreibung des Agricola sind die hauptquellen für diesen theil der geschichte Britanniens.
[8.] Vergleiche Sharon Turner’s Hist. of the A.-S. vol. I. Book I, chapt. 5, wo 42 keltische stämme nach ihren wohnsitzen zur zeit der Römer aufgeführt werden.
[9.] Leibnitius, G. G., Collectanea etymologica, illustr. linguar. veteris Celticæ, Germ., Galicæ aliarumque inservientia. 2. part. 8. Hannov. 1717.
Bullet, J. B., Mémoires de la langue Celtique (l’hist. de la langue; descript. étymol. des villes, rivières etc. des Gaules; dictionaire Celtique). 3 tom. fol. Besançon 1754-60.