»Geh, mach keine Dummheiten, Lorenz, nun kann er jeden Augenblick da sein,« warnte sie inständig.

»Dann ist's immer noch Zeit. Ich sag' dir, ich bin hundsmüd',« warf er ihr trotzig zu.

»Du verdummst noch die ganze Wallfahrt.«

»Aber der einzige Dumme bin ich, gottlob, ja nicht. Verstehst mich?« lachte er beißend.

»Sei wenigstens jetzt ruhig! Wenn du schon nimmer mittun willst, so verhalt' dich wenigstens ruhig,« keuchte sie, ihren Zorn hinunterwürgend.

Und jetzt war es so still in dem Gotteshause, daß man einander atmen hörte. Die Stille sang einem förmlich in den Ohren.

»Ich laß mich aufhängen, er kommt nicht,« sagte Daisenrieder nach einer Weile wieder.

»Lorenz! Sei doch wenigstens ruhig.«

Die gemalten Fenster zu beiden Seiten des Hochaltars waren wirklich wunderschön. Die Muttergottes mit dem Kinde und die Engel sahen einen so traulich an, und ihre farbigen Kleider glänzten prächtig im Licht der Sonne. Man konnte schon eine Zeit lang seine Augen unterhalten und gute Gedanken im Kopfe haben, aber alles hatte seine Zeit und sein Ende. Und beten konnte man ja nach all dem Ärger nicht!