Rudolf Greinz:
Das Hennendiandl

Rudolf Greinz ist Tiroler und ist ein Erzähler von der guten alten Art. Als Tiroler kennt er seine Landsleute, kennt diese Holzbauern, Knechte und Mägde, die uns seine Geschichten schildern: die Biederen und die Verschlagenen, die Dickköpfigen und die Leichtherzigen, die Gutmütigen und die Geizhälse, wie sie nur noch der Herr Pfarrer vom Beichtstuhl her kennt. Die Romane und Novellen nicht minder als die »Bauernbibel«, das »Krippenspiel« nicht minder als die dem Leben nachgedichteten drolligen »Marterln« beweisen diese innige Vertrautheit mit der Vorstellungswelt des Tiroler Bauern und eine wahrhaft dichterische Kraft der Einfühlung. Eine besondere Neigung hat Greinz, auch darin seinem steirischen Nachbar Rosegger verwandt, für die Schnurre, die seinem Vergnügen an bäurischen Till-Eulenspiegeleien und seinem Humor volkstümlich entgegenkommt: sein herzhaftes Lachen lacht aller Torheiten und liebt dabei doch die törichten Menschlein, die sie begehen. Greinz lebt in München; geboren ist er in Pradl, am 16. August 1866.

L. Adelt.