Da sprach Jost Seydlin zu ihm: »Geselle Heinz! wenn ich dreimal den Nagel treffe unter den neun Schüssen, die mir noch bleiben und dir den Preis entraffe, was wirst du dazu sagen?«

Worauf Heinrich erwiderte: »Jost, das mag nicht sein.«

Und jener: »Was soll die Wette gelten? Ich will es Sankt Martin geloben.«

»Was du setzest, Jost; ich setze dagegen.«

»Wohlan denn, Heinz, ich wette mit dir um das Töpfchen, was in deiner Truhe liegt und das dir der Meister Spittler vom Deutschherrenhause geschenkt hat und setze dir dagegen mein welsches Weidmesser, dessen Griff mit Silber eingelegt ist.«

Heinrich sprach: »Das gilt.«

Da geschah es, daß Jost Seydlin dreimal den Nagel auf den Kopf traf und damit den Preis und zugleich Heinrichs Vase der Zufriedenheit gewann. Jost Seydlin war ein schmucker Geselle, und die Mägdlein sahen heimlich und offen auf ihn und lächelten ihm auch wohl zu; Heinrich aber war verdrießlich.

Ein Tanz im Grünen folgte auf das Schießen, und da tat sich Jost auch regsam hervor und war vergnügt.

Des anderen Tages öffnete Heinrich die Truhe und gab seinem Mitgesellen das Gefäß, das jener gewonnen hatte, und dachte bei sich:

»Nun ist es mit der Zufriedenheit wieder aus! Meister Altfried, der deutsche Herr, hat es gewiß gut mit mir gemeint. Doch sei es! ich bin nicht geboren, um zufrieden zu sein.«