»Nein, Meisterin, Ihr könnt nur zu gutem Schaffen anregen.«

»Schweig still und bring mich nicht noch mehr auf! Deine sanfte Rede achte ich keine Bohne wert, wenn du kein getreuer Knecht bist, der für die Ehre der Wirtschaft sorgt. Was soll nun daraus werden? Kennst du die Sühne, die auf unrechtes Brotgewicht steht?«

»Ich kenne sie, Meisterin; es ist die Bäckerschupfe. Doch nehme ich die Strafe willig auf mich und gehe für Euch gerne ins Wasser, der ich für Euch lieber durchs Feuer ginge. Was ist auch in dieser Sommerzeit schlimmes um ein Bad in der Mur? ich lasse mich gerne da hineinschnellen, und lachen die Leute, so lache ich mit. Weiß ich doch, daß Euch damit alles wieder ins gleiche gebracht wird, was durch dieses mein leidiges Versehen verschuldet wurde.«

»So? Du willst die Strafe für mich auf deinen Leib nehmen?«

»Das ist mir eben und recht, Meisterin.«

»Das mag nicht sein, Jost. Du könntest dich im Wasser erkälten, denn du bist ein überaus zierlicher Geselle. Mir wäre leid um dich. Das muß Heinrich Harer, der Altgeselle, tun, nicht du.«

»Aber, Meisterin, wenn ich mich der Sühne mit Herzenslust unterwinde um Euretwillen und um meines eigenen Fehles willen, was habt Ihr dawider? Ich bitte Euch, so Ihr mir Gunst erweisen wollt, einem, der Euch immerdar getreulich zu dienen hofft, – so laßt mich tun, wie ich gesagt habe.«

»Nein, das mag nicht sein, Jost. Um dich wär' mir bange, daß du dich zu rasch erkühlen könntest. Heinrich ist härter als du, und mag sich dem billig unterwerfen. Laß es dir gesagt sein und widerrede mir in nichts, soll ich dir fürder gut sein.«

Und ihre hellen Augen lachten ihn an, ob freundlich, ob spöttisch, daß wußte er nicht zu deuten; doch war er zufrieden mit sich.