»Dein Gott kann kein Erbarmen haben, da du sein Priester bist.«

»Wehe dir, Atahulpa, wenn du in Sünde stirbst.«

»Ich bitte dich darum, Luque, gehe zu deinen unmenschlichen Gefährten, sage, sie sollen meine Hinrichtung vorbereiten, aber laß mich ruhig sterben, plage mich nicht mit deinem düstern Fanatismus, bis ich meine müden Augenlider schließe.«

»Du wirst als Ketzer in den Flammen sterben und in den Flammen wirst du deine ewige Pein finden.«

»Mein Geist ist ruhig.«

Brüllend vor Wuth ging Luque und legte seinen Gefährten die gottlose Hartnäckigkeit des Inkas, seine

Lästerungen, seine Frevelthaten und seine Ruchlosigkeit dar. Alle schwuren ihm ihren Abscheu zu und der Scheiterhaufen wurde vorbereitet, um, wie Luque sagte, diesen Hund zu verbrennen. Das spanische Lager stand inzwischen unter Waffen, wenn aber Alle mit Entrüstung die Gottlosigkeit Atahulpas ansahen, so gab es doch noch gefühlvolle und edle Spanier, welche die Ungerechtigkeit seines Todes kannten und Almagro rechnete auf Anhänger.

Wohl wußte Pizarro, daß die Fackel der Zwietracht in seinem Lager brannte, er verhielt sich aber klug und fuhr beständig in der Ausführung seiner Pläne fort.

Das Urtheil sollte schon vollzogen werden und ein großer Scheiterhaufen brannte angesichts Cajamalcas und der Eindringlinge, als hundert Bataillone schneller, tapferer Peruaner hervorbrachen, um unter den Waffen der von Osten Gekommenen den Tod zu suchen, oder ihren unglücklichen und angebeteten Herrscher zu retten. Pizarro erkannte die Gefahr und bereitete sich muthig zum Kampfe vor. Soto bewachte mit hundert auserlesenen Männern den Inka und die Schätze, und Pizarro an der Spitze der vierhundert Uebrigen erwartete ruhig den überflutheten Strom, der ihn bedrohte. Da die Peruaner mit der Kriegsführung und den Waffen der Spanier durch den mit ihnen gehabten Verkehr ein wenig vertraut geworden waren, die fromme Verehrung, die sie ihnen eingeflößt hatten, größtentheils verloren gegangen war und sie vor Rachedurst brannten, konnte der Kampf nicht umhin, zweifelhaft, blutig und hartnäckig zu werden.