»Barmherziger Gott! Wir sind verloren!« jammerte die Frau, die jetzt selbst schon halb wahnsinnig war, »schon immer habe ich mir gedacht, daß du meinen Bruder ermordet hast, aber ich habe es bis jetzt nicht geglaubt. Und ich glaube es auch jetzt noch nicht.«
Der Hausmeister trat vor:
»Ich kann es beweisen,« sagte er, »ich erinnere mich wohl des blutigen Beils, auch hat mich der Herr nie den Grauschimmelstand reinigen lassen und ich habe ihn beobachtet, wie er in dem Boden nach Gold grub und sich im Schlafe selbst anklagte.«
»Dann verhafte ich Sie, D'Emprat, und Sie, Madame, im Namen des Gesetzes; Sie, Hausmeister, gehen als Zeuge mit. Leute, tut eure Pflicht, nehmt die Arrestanten mit und säubert das Haus!« sagte der Sergeant.
Fünf Minuten später waren die Unglücklichen bereits unterwegs nach dem Gefängnisse, während ich in mein Hotel ging, um mich – sogar unter solchen Umständen – für die Soiree bei dem Baron umzukleiden, freilich in einer Geistesverfassung, die mich wenig befähigte, Zuschauer bei psychologischen Experimenten zu sein. Doch ich hatte nun einmal mein Wort gegeben und mußte hingehen. Und ich ging hin. – Schlag 6 Uhr stand ich im Empfangszimmer des Barons.
5. Kapitel
DIE SITZUNG BEIM BARON – EINE GANZ SCHEUSSLICHE TEUFELEI
Als ich ankam, war die erwähnte Gesellschaft im Salon versammelt und wartete mit fast ängstlicher Spannung auf das Erscheinen des Mannes, der uns heute unterhalten und belehren sollte. Zunächst schien es, als stehe uns eine Enttäuschung bevor. Er hatte versprochen, vor halb 8 Uhr zu kommen, diese Zeit war vorbei und er noch nicht da. Als es aber auf der Uhr der Eustachiuskirche Halb schlug, verkündete die Hausglocke seine Ankunft.