Was während der nächsten halben Stunde vorging, läßt sich hier nicht schildern; ich bemerke nur, daß Beverly nach Verlauf dieser Zeit in einen tiefen Schlaf gefallen war, und zwar offenbar aus freiem Willen. Das Folgende wird in dem nächsten und letzten Kapitel dieses Werkes zu lesen sein.


9. Kapitel
DER SCHLAF SIALAM

Tief war das Schweigen, selbst unser Atem hatte aufgehört. Rasch schlugen unsere Herzen und unsere Augen waren voll Tränen; denn Großes ging vor.

Die Glieder steif und kalt von den Dämpfen der Auflösung, das Gesicht bleicher als der Tod, Herz und Puls vollkommen unhörbar, die Augen weit geöffnet und so weit nach oben gedreht, daß nur noch das Weiße zu sehen war, so saß mein Freund Beverly in einem großen Lehnsessel.

Was wir hier sahen, war kein mesmerischer Schlaf. Innerhalb fünf Minuten machte sich auf dem Gesicht des Schläfers eine Veränderung bemerkbar; er wurde erleuchtet, wie wenn seine Seele in diesem Augenblick die unaussprechliche Glorie des Jenseits sähe.

Er sagte: »Jetzt!«

Bei diesem Worte wurde die Tür des Zimmers leise geöffnet und zwei Männer traten herein und wollten sich eben niedersetzen, als der Kommissär rasch aufstand, militärisch grüßte und rief: »Der Kai…«

»Still!« sagte der Angeredete, »hier sind alle Fremde!« dann wandte er sich an Dhoula Bel, mit dem er sehr vertraut zu sein schien, und fragte: »Endlich?«

»Endlich!« antwortete dieser, worauf die Neuangekommenen sich auf zwei Stühlen niederließen.