»Was siehst du von den anderen Nationen?«
»Preußen wird unter einer neuen Regierung ein Vaterland für sein Volk werden; Belgien, Holland und andere germanische Länder werden mit jetzt schon bestehenden Reichen vereinigt werden. Spaniens Nacht zieht näher – seine Kolonien werden sich in schwarze Republiken verwandeln und es im Stiche lassen, bis es wie Rom ein Teil des großen italienischen Reiches wird. Österreich wird geteilt werden, Ungarn und Polen werden sich verbünden und eine neue Großmacht bilden. Die Türkei wird in die Hände der Griechen übergehen und Syrien in die der Russen. England wird Kanada, Indien, Oregon und Irland verlieren und dieses letztere wird eine Republik werden. Die Vereinigten Staaten werden Kanada, Mexiko und das ganze britische Amerika in sich aufnehmen – seine schwarzen Rassen werden ein Reich gründen, das sich unter der Herrschaft einer Reihe von Präsidenten von seinen südlichen Grenzen bis nach Brasilien erstrecken wird. Das von den Taipings christianisierte China wird die erste Macht im Osten werden und Japan und viele andere kleinere Staaten verdunkeln. Indien wird ein Kaiserreich, Australien eine Republik werden. Und all dies wird geschehen, innerhalb 63 Jahren von dem siebenten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts an gerechnet.«
»Jetzt, Prophet, was siehst du für dich selbst?«
»Raschen Tod, Befreiung von Sorge, das Schicksal aller Menschen, und ein verhältnismäßiges Glück – auf der andern Seite der Zeit.«
»Was siehst du fürs Rosenkreuzertum?«
»Nach vielen Jahren wird ein großer Mann sich erheben – ein Deutscher, ein Preuße – der den Weg bereiten wird für einen Größeren von derselben Nation und dieser wird dann diese Lehre der Welt erklären und er wird für Europa der Mann des Jahrhunderts sein und er wird eine ungeheure Macht ausüben. Denn er wird Könige und Kaiser stürzen und die Freiheit des Volkes erkämpfen. Um diese Zeit wird in der westlichen Welt ein größerer Mann aufstehen, als die Welt ihn je seit Beginn der Zivilisation gesehen hat. Er wird in gewissem Sinne für die intellektuelle und philosophische Welt das sein, was Gautama Buddha – der Gesegnete! – für Indien war, Platon für Griechenland, Thutmosis III. für Ägypten, Moses für die Juden, Mohammed für Arabien, Luther für Europa und Columbus für die Neue Welt, aber er wird größer sein, als sie alle und mächtiger im Guten als irgendeiner. Er wird rasch ans Werk gehen und sein Erscheinen wird das Zeichen für eine religiöse, politische, soziale, moralische und philosophische Erhebung sein, wie sie die moderne Welt noch nie erlebt hat. Er wird kühn die großen Lehren des dritten und höchsten Tempels des Rosenkreuzes verkünden; und seine Jünger werden sein wie der Sand am Meere und ihre Lehren werden so unwiderstehlich sein wie seine Wogen. Er wird sein Werk selbst beginnen, bevor dieser ganze Aufstand der menschlichen Sklaverei beendet sein wird. Beachtet dies wohl!«
Bei diesen Worten des Schläfers schien der kleinere der beiden Fremden verwirrt zu werden, denn er rief aufspringend:
»Dann wird also die Laufbahn dieses Mannes meiner eigenen ähnlich sein?«
»So wie das Feuer dem Eise gleicht. Seine Laufbahn wird friedlich sein. Sein Pfad wird von keinem einzigen Tropfen Blut befleckt sein, kein Verstümmelter wird ihn verfluchen, keine Witwe, keine Waise wird nach Rache schreien, noch auch wird die Unwissenheit des Volkes den Hebel seiner Macht bilden oder das Instrument, mit dessen Hilfe er sich auf den Thron schwingen wird.«
»Aber ich bin stark! – Mexiko! – Kaiserreich! – Die lateinische Rasse! – Die Kirche! – Maximilian! – Was kann diese Kette brechen, wenn ich ihr noch das letzte Glied hinzufüge?«