Die einzelnen Kupfer werden zunächst passend geschnitten und, wenn sie ihren Platz im Text haben sollen, im Rücken schmal eingeklebt. Ist das Papier sehr kräftig, so werden sie vorher an einen festen Papierfalz angehängt, der dann in den Rücken eingefügt wird. Bilder am Anfang und Ende eines Buches sollen nie angeklebt, sondern bei gewöhnlichen Banden »umgehängt«, bei feineren Bänden in einer besonderen Weise mit der ersten Lage verbunden werden, von der später die Rede sein wird. Doch sehen wir uns zuerst die Tafeln selbst an. Nach Form und Aussehen verschieden, lassen sie sich in folgende Arten einteilen, in Tafeln mit einfachen rechteckigen Bildern in Hochformat, mit desgleichen in Querformat, mit Bildern in doppelter Breite, sogenannten durchgehenden Bildern, mit Bildern unregelmäßiger Form (anatom. Darstellungen, Maschinen etc.), mit Bildern, Karten oder anderen Darstellungen, welche über das Format des Buches hinausgehen und diesem erst angepaßt werden müssen.

Einfache Tafeln in Hoch- oder in Querformat werden dem Texte so angepaßt, daß die Ränder des beschnittenen Buches genau parallel mit den Rändern des Bildes laufen, jedoch mit der Maßgabe, daß der Raum im Rücken, also der innere weiße Steg (Rand) etwa um ⅓ weniger breit ist als der äußere, der obere ebenfalls etwa um ⅓ weniger breit als der untere.[1] Zu diesem Zwecke ist es notwendig, die Höhe und die Breite des Textes je auf einen Streifen Papier zu übertragen; hat man viele Karten in ähnlicher Größe, so ist ein Streifen Karton oder ein dünnes hölzernes Lineal dazu sehr geeignet. Diesen Maßen entsprechend werden die Karten auf Größe abgerichtet. Man berechnet genau, wie breit später das Buch beschnitten werden muß, überträgt rechts und links vom Breitenmaß, oberhalb und unterhalb vom Höhenmaß die Breite des weißen Randes ebenfalls auf den Maßstab, so daß in dieser Weise jetzt die genaue Höhe und Breite des Bildes festgestellt ist mit den Vormerkungen für die Textgröße im Werke. Diesem Maße entsprechend wird das Bild abgestochen, d. h. abgemessen und das Maß mit einer Zirkel- oder Messerspitze angedeutet. Zu diesem Zwecke legt man den Maßstreifen mitten quer, bezw. auch in der Höhe quer über das Bild. Am Rücken wird das Maß zweimal übertragen, einmal oben und einmal unten und diesem entsprechend das Bild abgeschnitten; oben genügt eine Marke, die Tafel wird hier einfach winkelig geschnitten; vorn und unten läßt man die Ränder stehen, da das Kupfer beim Beschneiden des ganzen Buches mitbeschnitten wird. Bei Hochformat ist die Lage, in der das Bild ins Buch kommt, von selbst gegeben, bei Querformat muß der untere Rand nach dem Schnitt, der obere nach dem Rücken zu gerichtet werden. Ebenso pflegt man, abgesehen von dem Titelkupfer, jedes Bild in das Buch recto einzufügen, d. h. es deckt im aufgeschlagenen Buche die rechte Seite.

Haben die Bilder doppelte Breite, also die Größe des aufgeschlagenen Buches, so werden sie dem Rande gemäß genau in der Mitte zusammengefalzt und nur oben auf Größe abgestochen; sie erhalten einen Papierfalz, mit dem sie in den Rücken eingefügt werden.

Am unbequemsten ist die Behandlung solcher Beigaben, welche wesentlich größer sind als das Format des Buches, und es lassen sich nicht einmal genaue Regeln für jeden einzelnen Fall vorschreiben. Nur vier Punkte sind es, die unter allen Umständen beachtet werden müssen. Erstlich darf der Spiegel der zusammengebrochenen Karte, bez. Zeichnung und Schrift beim Beschneiden nirgends vom Schnitt getroffen werden; zweitens sollen nie mehr Brüche gemacht werden, als unumgänglich nötig sind; drittens soll die durch das Zusammenbrechen gebildete Lage überall möglichst gleichdick sein; viertens soll in dem beschnittenen Buche von einer zusammengefalteten Beigabe möglichst wenig am Rande bemerkbar sein. Es erhellt hieraus, wie schwierig es ist, große Karten auf Buchgröße abzurichten, ohne daß beim Beschneiden ein Unglück passiert. Zum Glück bemühen sich die Verleger heutzutage um des besseren Aussehens willen alle Beigaben zu dem Texte so einzurichten, daß sie sich dem Formate des Buches bequem anschließen.

Eine Tafel, die in der Höhe oder in der Breite nur wenig über das Format hinausgeht, wird an dem unteren Ende, oder an der Vorderseite nur so viel eingeschlagen, als nötig ist, um beim Beschneiden nicht getroffen zu werden. Steht eine Karte nach beiden Richtungen über, so wird erst der untere Teil umbrochen, dann der seitliche; selbstverständlich müssen die beiden Brüche genau rechtwinkelig gemacht werden. Ist die Breite der Karte derart, daß ein einmaliges Zusammenbrechen noch nicht genügt, so muß sie so oft hin und wieder, d. h. einmal von rechts nach links, das nächste Mal von links nach rechts gebrochen werden, bis das Format erreicht ist. Schließlich bleibt dann mitunter noch ein Rest über, der nicht mehr die ganze Breite des Formates einnimmt; es ist deshalb gut, vorher den Zirkel zu nehmen und Höhe wie Breite einzuteilen, damit man möglichst glatt und gut auskommt. Jede derartige Beigabe wird, damit sie sich gut herauslegt und doch im Rücken genügende Befestigung findet, an einen Falz gehängt. Zuvor schneidet man an der Seite, welche in den Rücken eingeklebt wird, den Rand so aus, daß ein Streifen stehen bleibt, der nicht ganz die Länge der Formathöhe hat. Karten, die etwa die dreifache Höhe des Formates haben, werden von oben nach unten, dann von unten nach oben gebrochen, während am mittleren Teile der Falz zum Anhängen stehen bleibt. Das schließt jedoch nicht aus, daß die Tafel auch am oberen Ende angehängt werden kann; in diesem Falle bricht man die 2 unteren Teile nach oben, und zwar den mittleren zu-, den unteren aufklappend.

Nachstehende Schemata werden das Gesagte noch deutlicher machen.

a. Vierteilig gebrochene Tafel.

b. Sechsteilig gebrochene Tafel.