c. Zwölfteilig gebrochene Tafel mit
dem Falz am oberen Bruchstück.

d. Zwölfteilig gebrochene Tafel mit
dem Falz am mittleren Bruchstück.

Da die so zusammengebrochenen Karten das Buch in der Mitte aufbauschen würden, wenn sie im Rücken lediglich mit einem Falz in Papierstärke befestigt würden, so muß diesem Übelstande durch das Einheften blinder oder Füllfälze abgeholfen werden; man versteht darunter Papierstreifen, die, in der Länge einmal zusammengebrochen, bis zur Gesamtstärke der Karte ineinander gesteckt und als besondere Lage mit eingeheftet werden.

Kommt in einem Werke eine einzelne Tafel vor, welche auf ein Papier gedruckt ist, das nicht stärker als die übrigen Blätter aufträgt, so wird sie im Rücken ohne Falz angeklebt. Bei Doppeltafeln muß immer ein Falz zur Vermittelung dienen; nur die sogenannten durchgehenden Bilder in Illustrationswerken und Zeitschriften machen eine Ausnahme. Diese Bilder, die allemal auf das mittlere Doppelblatt des Bogens, den inneren Steg mitbedeckend, gedruckt sind, werden nachdem der Bogen gefalzt ist, herausgeschnitten indem man mit einem scharfen Messer die Brüche aufschlitzt. Den durch die Mitte des Bildes gehenden Bruch schmiert man alsdann äußerlich ganz schmal mit Kleister an und klebt so das Bild in den Bogen selbst ohne Falz ein, muß dabei jedoch um etwa 3–4 mm zurückrücken, damit erstlich sich die beiden Teile des Bildes beim Öffnen des Buches frei auflegen und damit zweitens das Bild beim Heften nicht von der Heftnadel getroffen wird.

Bücher mit lauter durchgehenden Karten haben wir in den Atlanten, die deshalb eine ganz aufmerksame Behandlung beim Binden erfordern, weil die Fälze im Rücken genau den durch die Karten bestimmten Raum ausfüllen müssen, damit das Buch eine gefällige Form erhält. Zu diesem Zwecke gibt es zwei Wege: entweder werden je 2 und 2 Karten im Rücken mit Fälzen aneinander gehängt und die entsprechenden Füllfälze eingelegt oder jede Karte wird an einen Falz angehängt, der so oft zusammengebrochen wird, wie nötig, um die Dicke der Karte zu erreichen. Dieser Weg ist der üblichere, da er beim Heften besondere Vorteile bietet. Über diese Arbeit ist noch einiges zu sagen. Die Fälze, 3 cm breit, werden aus einem Papier geschnitten, das so dick ist als das der Karten, aber möglichst fest. Besser noch ist es, wenn man Papier auf Leinwand zieht und es dann zu Fälzen verschneidet. Will man nach der zuerst genannten Art arbeiten, also mit je zwei Karten an einem Falz, so bricht man die Fälze in der Mitte der Länge nach zusammen, hängt an jedes Teil eine Karte so an, daß der Falz an der Rückseite der gebrochenen Karte klebt, und legt einen ebenfalls zusammengebrochenen schmäleren Falz ein, der nur so breit ist, daß er den Raum zwischen den Karten wohl füllt, doch die Karte selbst nicht mehr berührt. Im anderen Falle wird an jede Karte rückwärts ein Falz angehängt, der Falz bis an die Karte heran einmal, dann noch einmal zusammengebrochen, so daß er vierfach liegt, ein Teil aber um so viel breiter ist, als zum Ankleben der Karte nötig ist, wie [die beigegebene Figur] zeigt; bei A wurde die Karte angeklebt.

In allen Fällen, wo im Rücken Fälze eingeklebt sind, wo also eine Verdoppelung des Papieres statt hat, muß der ganze Falz, soweit er eben aufträgt, mit dem Hammer niedergeklopft werden. Mit aller Vorsicht, ein Schlag dicht neben den anderen gesetzt, werden die einzelnen Lagen — nie stärker als etwa 3 mm — auf einem Stein oder einer eisernen Platte gut niedergeklopft. Die Blätter dürfen indes nicht mehr naß sein, während anderseits auch ein völliges Austrocknen nicht erwünscht ist. Zweckmäßig ist es, die Tafeln lagenweise mit dazwischen gelegten Blechen einzupressen.