Gewöhnlich nimmt man drei Linien für jeden Bund an, von denen die mittlere, mindestens doppelt so stark als die anderen, blind gedruckt wird. (Vergl. [Fig. 72].) Hat man eine dreifache Filete, so wird mit dieser der Bund blind gedruckt und danach die beiden feinen Linien mit der Filete in Gold gedruckt. Bei solchen einfachen Bänden wird gewöhnlich an Kopf und Schwanz nur eine doppelte oder mehrfache Linie als Abschluß angeordnet; besser sieht es natürlich aus, wenn ein Ornament mit freien Endigungen (Spitzen- oder Blattwerk) den Rücken an beiden Enden abschließt, wie auf [Fig. 72] u. [73].
Die Fileten haben je nach der Art des Ornaments, das durch den Aufdruck hervorgebracht wird, verschiedene Bezeichnungen. Die Linienfilete (einfach, doppelt, dreifach und in verschiedenen Stärken) lernten wir bereits kennen. Die Punkt- oder Tippelfilete bildet eine punktierte Linie. ([Fig. 80] bei a.)
Die Filete mit laufendem Muster gibt ein bandartiges Ornament, bei dem keine bestimmte Richtung oder nur die seitliche (Wellenbewegung) betont ist. ([Fig. 80] bei b, c, e, f, g und h.) Für die Verzierung des Kopf- und Schwanzendes dient die Schluß- oder Endfilete mit nach unten, bez. nach oben gerichtetem Muster ([Fig. 80] bei i und k). Eine besondere Art bilden dann noch die Bundfileten, welche zur Vergoldung erhabener Bünde und Kanten verwendet werden (wozu übrigens auch jedes laufende Muster zu gebrauchen ist), und sich aus einfachen Linien, die senkrecht oder schräg, auch wohl mit punktierten Linien wechselnd, dicht nebeneinander angeordnet sind, zusammensetzen. ([Fig. 80] bei d.)
Fig. 72.
Fig. 73.
Fig. 74.