Fig. 102.Oktavdecke mit Ledermosaik (M. Göhre in Leipzig).

Fig. 103. Oktavdecke mit Lederauflage (Horn in Gera).

Fig. 104. Deckenentwurf für Lederauflage (P. Adam).

Die beigefügten Abbildungen [Fig. 101 bis 104] geben einige Muster von Buchdecken mit Lederauflage und dienen der obigen Darlegung zur Erläuterung.

Eine ähnliche Verbindung von Farbe und Gold läßt sich auch, wie schon bemerkt, durch das Bemalen einzelner Teile der Zeichnung erzielen, ein Verfahren, das schon im 16. Jahrhundert geübt wurde. Man benutzt dazu nur Deckfarben, die mit Lack angerieben sind, auch wohl Ölfarben, die freilich den Fehler haben, daß sie nur langsam trocknen. Durch Beimischung von Sikkativ kann man dem Übelstande etwas abhelfen. Im vorigen Jahrhundert und auch noch im gegenwärtigen hat man namentlich gern Pergamentdecken mit gemalten Verzierungen versehen und in der That ist Pergament wohl der am meisten für die farbige Behandlung geeignete Deckelüberzug. Nach dem Vergolden werden die Deckel mit einem mäßig warmen Glättkolben abgeglättet, und der Band dann zwischen Blechen oder Platten, um welche vorher ein Staniolblatt zu schlagen ist, in die Presse gebracht. Nach dem Auspressen wird die ganze Decke mit einem Flanellläppchen und einigen Tropfen gutem Lack recht gleichmäßig überfahren. Bände mit Bemalung müssen vor dieser Arbeit eingepreßt werden.