Fig. 114.
Fig. 115.
Fig. 116.
Fig. 117.
Fig. 118.
Gotische Decken mit Blindpressung zeigen im wesentlichen dieselbe Art der Flächenteilung wie die geritzten Decken. Zuerst wird ein äußerer Rand durch parallele Linien gebildet, die, sich an den Enden überschneidend, bis an die Deckelkanten gehen. Die Linien zog man am Lineal hin mit einem Falzbeine, vielleicht auch schon mit einem Streicheisen oder einem demselben ähnlichen Werkzeug mit stumpfer Schneide. So erhielt man ein mittleres Feld, dem man mitunter eine innere Umrahmung ähnlicher Art gab. Das eingerahmte Mittelfeld erhielt dann eine Rautenteilung, sei es mit glatten und geraden, sei es mit gebogenen und durch kleine, angesetzte Knorren u. dergl. rankenartig gestalteten Linien, und jedes der rautenförmigen Felder wurde mit kleinen Füllungsstempeln bedruckt, auch die Kreuzungspunkte der Linien durch kleine gedruckte Rosetten hervorgehoben. Mit Vorliebe wird von der Innenfläche ein oberes Feld abgetrennt, das zur Anbringung einer Inschrift (Buchtitel, Name des Besitzers, des Buchbinders, häufiger ein frommer Spruch) dient. ([Fig. 119].) Neben dem Blinddruck kommt auch der Schwarzdruck vor, der vorzugsweise bei größeren Stempeln angewendet wurde.