Fig. 119. Gotischer Band mit Goldtitel und kleinen Goldrosetten, kl. Fol. Düsseldorf, Museum.
Fig. 120. Gotische Friese mit Stempeln gedruckt, um 1500.
Fig. 121. Gotischer Fries, aus einem mehrfach gedruckten Stempel gebildet. Ende des 15. Jahrh.
Die Schenkel des inneren Rahmens zeigen gegen Ausgang des 15. Jahrhunderts statt der vorher erwähnten Ornamentierung mit kleinen Stempeln auch eine solche mit bandartigen Motiven, die gewöhnlich einen Stab darstellen, um den sich eine Blattranke windet, ähnlich den geschnitzten Balkenfriesen an gotischen Holzbauten, die sich auch in dem typographischen Zierat aus jener Zeit wiederfinden ([Fig. 120] und 121). Es ist sehr begreiflich, daß die gedruckten Verzierungen des Textes einen starken Einfluß auf die Deckelornamentik übten. Vor allem zeigt sich dies im 16. Jahrhundert, wo große Meister, wie der jüngere Holbein in Basel und der ältere Cranach in Wittenberg, sich der Bücherornamentik annahmen und namentlich reiche Titelzeichnungen entwarfen, die dann den Stempelschneidern zum Vorbilde dienten.