Einerseits erhielt demnach das dort Gesagte hier in der Broschüre eine gründlichere Bearbeitung; anderseits kam in dieser vieles Neue hinzu, das mit dem Inhalt des Themas eng zusammenhängt. So sind z. B. die Abschnitte über die körperlichen Eigenschaften, das Organ des Geistes, die Ehereform, das System des Geistes hier zum ersten Male veröffentlicht worden.

Möge die Schrift der Verbreitung der Erkenntnis dienen, daß der Mensch ein noch durchaus unvollständig durchorganisiertes Wesen ist, und daß er daher seinen bewußten Willen zur Erlangung höherer Organisation im Sinne des entwicklungstheoretischen Fortschrittes verwenden sollte!

Bad Nauheim, 19. Januar 1910.

Dr. Paul C. Franze.

[I. Aufstieg.]

Äonenhafte Zeitläufe blicken herab auf das Aufstreben lebendiger Materie auf unserm Planeten nach edleren und höheren Formen des Daseins: das ist die Entwicklungsgeschichte der Organismen. Und mitten drin in diesem gewaltigen Ringen steht der Mensch, der Schöpfung Krone, – doch dies nur auf Zeit, und nimmermehr ihr Ende, vielmehr die bloße Vorstufe eines Geschlechts von Halbgöttern auf Erden!

Oder vielleicht richtiger: der jetzige Mensch ist nur ein unfertiges Produkt auf dem Weg zu wahrem Menschentum. Der »Mensch« als ein in seiner Art vollendeter Organismus muß erst noch kommen. Der wahre Mensch wird dann eben jener Halbgott sein.

Dann aber haben wir mit Unrecht unser Augenmerk bisher fast nur auf die Vergangenheit der Entwicklung gerichtet statt auf die Zukunft des Menschen.

Möchte doch daher das Licht eines neuen Tages über die Menschheit aufgehen, ja, möchte sogar diese Stunde schon seine Morgenröte sein! – – –

Dieser Wunsch hat aber nur dann Aussicht auf Erfüllung, wenn die höchsten und heiligsten menschlichen Erkenntnismittel den Pfad erleuchten, der gewandelt werden muß, und wenn reiner Wille die Menschheit beseelt.