Dreifach nämlich ist der Hauptweg der Erkenntnis.

Erstens: Eingebung aus den Tiefen des Unbewußten, Intuition, die von selber kommt und ihr Licht vorauswirft. Auch Verlaß auf diese selbsttätige Spürkraft des Geistes bei der Deutung der Eindrücke: denn Deuten immerhin, und beileibe nicht ideenlose Aufschichtung von Tatsachen, wie die Moderne es oft wohl möchte.

Die Ideen und Eingebungen kommen dem genialen Denker unwillkürlich zumeist bei der Beobachtung von Tatsachen, und anderseits geht er absichtlich von diesen aus, um zu Ideen zu gelangen, um den Sinn des Daseins zu erfassen und den rechten Weg zu finden.

Zweitens: Naivität, so weit als möglich, in der unmittelbaren Auffassung der Tatsachen. Naivität ist nichts anders als vollkommene Aufrichtigkeit. Bei der Wahrnehmung ist sie daher das Hinnehmen der unverfälschten, durch kein eigenes Hinzudenken veränderten Erfahrung, einerseits also das impressionistische Einwirkenlassen der Sinneseindrücke aus der Außenwelt und anderseits die Erfassung der reinen Seelenvorgänge, wie sie gerade im Menscheninnern von selbst verlaufen: gleichwie ein Kind, klug, mit seelenvollen Augen den bunten Wechsel der Natur aufnimmt, rein von eigenen Beimengungen des Verstandes, also tut es auch derjenige, der von Irrtümern frei bleiben will.

Drittens: Logisches Schließen ebenfalls bei der Deutung der Erscheinungen und zur Herstellung des vernünftigen Zusammenhangs zwischen ihnen.

Intuition, Naivität und Logik, das ist das Heiligtum unter den Erkenntnismitteln.

Und wir bedürfen des Besten auf dem jetzt zu betretenden Wege: denn steil sind zwar immer der Vollendung Pfade; doch diese, die hier begangen werden, sind furchtbar in ihrer Steilheit und Höhe! – – –

Seit den kosmogonischen Theorien von Kant und Laplace und seit den Lehren von Lamarck und Darwin betrachtet die Wissenschaft, ja, man darf sagen die gebildete Menschheit, Entwicklung als ein allgemeingültiges Gesetz, dem alles, was wir kennen, unterliegt: sowohl die in ihrer Pracht am Himmel glänzenden Sterne, als auch die Gefäße des Lebens einschließlich des Menschen.

Mögen jene Theorien auch noch so unzulänglich sein – gleichviel: sie haben unsere Erkenntnis unzweifelhaft erweitert.