Meine Träume waren freilich auch sehr aufregend.
Jetzt weiß ich, daß dieser leuchtende Staub von einer besonderen Art kleiner Champignons herrührt, die an feuchten Stellen auf abgestorbenen Zweigen wachsen wie jene, deren ich mich zum Feueranmachen bedient hatte.
Am folgenden Tage machte ich mich frühzeitig wieder auf den Weg.
Der immer wechselvoller gestaltete Fluß, der bald Bach, bald Strom, bald Wasserfall war, machte seltsam launenhafte Krümmungen und schien zuweilen in sich selbst zurückzufließen. Ich verlor unaufhörlich den Weg und mußte mir von Zweig zu Zweig oft mit den Händen vorwärts helfen, wobei ich selten den Boden berührte. Vom Grunde des Wassers sahen Krebse von außerordentlicher Größe zu mir empor und schienen zu sagen: Was tust du hier? – und hundertjährige Aale flohen bei meinem Nahen.
Plötzlich, bei einer jähen Wendung, bemerkte ich an einen Felsvorsprung gelehnt, den es mit beiden Händen eher liebkoste als es sich daran hielt, ein junges, nacktes Mädchen. Es trank aus einer Quelle, die leise aus großer Höhe zwischen den Steinen rieselte.
Nachdem es getrunken hatte, nahm es Wasser in beide Hände und ließ es zwischen den Brüsten niederrinnen. Dann – obwohl ich nicht das geringste Geräusch gemacht hatte – senkte es wie eine furchtsame Antilope, die instinktmäßig die Gefahr wittert, den Kopf und blickte forschend nach dem Dickicht, wo ich unbeweglich stand. Mein Blick begegnete dem ihren nicht. Aber kaum hatte sie mich erspäht, als sie mit dem Ruf: Taëhaë! (wütend) untertauchte.
Ich stürzte an den Fluß: niemand, nichts – nur ein riesiger Aal, der sich zwischen den kleinen Kieseln auf dem Grunde hinwand.
Nicht ohne Schwierigkeit langte ich endlich nahe beim Aroraï, dem Gipfel des gefürchteten heiligen Berges, an.
Es war Abend, der Mond ging auf, und als ich ihn die rauhe Stirn des Berges weich in seinen leichten Schimmer hüllen sah, erinnerte ich mich der berühmten Sage:
Paraü Hina Tefatou (Hina sprach zu Tefatou ...), eine uralte Sage, die die Mädchen abends gern erzählen und für die sie als Schauplatz gerade den Ort bezeichnen, wo ich mich befand.